Ausland

Europäische Liberale setzen sich für Legalisierung der aktiven Sterbehilfe ein

Donnerstag, 5. Juli 2007

Brüssel - Für viele Menschen, die schwer oder unheilbar krank sind, sei die aktive Sterbehilfe mitunter die einzige Möglichkeit, würdig zu sterben. Aktive Sterbehilfe stünde folglich auch im Einklang mit dem europäischen Grundrecht auf Würde. So das Fazit einer Anhörung im Europaparlament, zu dem die Liberalen eingeladen hatten.

Mit der Veranstaltung wollten die Vertreter der liberalen Fraktion vor allem eine europaweite Debatte über die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe anstoßen. Allerdings strebe man keine eine einheitliche europäische Gesetzgebung in diesem Bereich an, so der Fraktionsvorsitzende Graham Watson. Dies zu entscheiden, sei Sache der einzelstaatlichen Regierungen. Vielmehr ginge es darum, durch eine breite öffentliche Diskussion Ängste und Bedenken gegenüber der aktiven Sterbehilfe abzubauen.

Die Erfahrungen in den Niederlanden und Belgien, die die Tötung auf  Verlangen seit sechs beziehungsweise fünf Jahren unter Auflagen erlauben, hätten jedenfalls gezeigt, dass sich durch klare gesetzliche Regelungen illegale und unkontrollierte Praktiken verhindern lassen.

Viele der Betroffenen würden die Möglichkeit zur aktiven Sterbehilfe außerdem  lediglich als eine Option ansehen und sich dadurch nicht unter Druck gesetzt fühlen, sagte die Präsidentin der europäischen Vereinigung für den Freihilfetod (Right to Die Europe), Elke Baezner.

Der italienische Abgeordnete Marco Cappato argumentierte, dass sich ein Recht auf Sterbehilfe aus dem Recht auf Menschenwürde ableiten lässt. Es sei daher unverständlich, dass die Gesetzgebung zahlreicher Länder die Freiheit individueller Entscheidungen am Lebensende nicht zulasse.

Dabei bestehe kein Widerspruch zu alternativen Umgangsformen mit dem Lebensende wie etwa der Palliativmedizin, so Cappato. Für Todkranke sei es eine Beruhigung, wenn sie wüssten, dass aktive Sterbehilfe nicht ausgeschlossen sei. © kna/ps/aerzteblatt.de

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