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Hypertonus bei Kindern und Jugendlichen unterdiagnostiziert

Mittwoch, 22. August 2007

Cleveland/Ohio – Infolge der Adipositas-Epidemie entwickeln immer häufiger schon Kinder und Jugendliche eine arterielle Hypertonie. Nach einer Kohortenstudie im amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2007; 298: 874-879) werden die wenigsten Erkrankungen erkannt.

Aus Untersuchungen an US-Schulkindern ist bekannt, dass bis zu 30 Prozent der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen zu hohe Blutdruckwerte haben. Als hyperton gelten alle Kinder mit einem systolischen und/oder diastolischen Blutdruck auf oder oberhalb der 95. Perzentile des Normalwertes für Alter, Geschlecht und Körpergröße (für eine ausführliche Tabelle siehe PDF der US-Leitlinie).

Diese Werte wurden in einer Kohorte von mehr als 14.000 Kindern, über die Matthew Hansen von der Case Western Reserve University in Cleveland/Ohio berichten, von 3,6 Prozent der Kinder erreicht. Weitere 3,4 Prozent der Kinder hatten eine Prähypertonie (eine in Deutschland nicht anerkannte Vorstufe der Hypertonie): Hier lagen die Blutdruckwerte zwischen der 90. und 95. Perzentile oder über 120/80 mHg.

Wichtigster Risikofaktor war Übergewicht: Dicke Kinder hatten ein 2,6-fach erhöhtes Risiko auf eine Hypertonie und ein 1,9-fach erhöhtes Risiko auf eine Prähypertonie. Auch die Körpergröße war mit der Hypertonie assoziiert. Mit jeder Perzentile über der normalen Höhe für das Alter steigt das Risiko um 2 Prozent. Schließlich war das Auftreten einer Hypertonie mit dem Alter assoziiert. Das Durchschnittsalter der hypertonen Kinder betrug 13 Jahre gegenüber 8,8 Jahren in der gesamten Kohorte. 

Bei den wenigsten Kindern und Jugendlichen war bekannt, dass der Blutdruck zu hoch war. Bei den hypertonen Kindern fanden die Autoren für die Diagnose Hypertonie nur in 26 Prozent der Fälle Hinweise in den Krankenakten, bei den prähypertonen Kindern war dies nur bei 11 Prozent bekannt.

Den Blutdruck sollte man jedoch nicht nur bei übergewichtigen Kindern kontrollieren, fordern Hansen und Mitarbeiter, denn im Kindesalter sei der Anteil der sekundären Hypertonien höher als bei Erwachsenen. Die US-Leitlinien fordern zur Therapie natürlich in erster Linie eine Änderung des Lebensstils, sprich Gewichtsreduktion und Bewegung, falls dies nicht zum Ziel führt, raten sie jedoch durchaus zu einer medikamentösen Intervention. © rme/aerzteblatt.de 

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