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PKV: Bedeutung teurer Einzelfälle im Gesundheitswesen überschätzt

Montag, 3. September 2007

Berlin – Kostenintensive Einzelfälle bestimmen nach Angaben der Privatkassen weit weniger die Höhe der Gesundheitsausgaben als bisher angenommen. Zudem verteilten sich die Gesundheitsausgaben mit steigendem Lebensalter zunehmend weniger ungleichmäßig auf die Versicherten, heißt es in einer aktuellen Studie des Wissenschaftlichen Instituts des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV), die am Montag in Berlin veröffentlicht wurde. Die Studie befasst sich mit der Bedeutung ausgabenintensiver Fälle im Gesundheitswesen.

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Ausgangspunkt ist laut PKV die sogenannte 20/80-These, der zufolge 20 Prozent der Krankenversicherten 80 Prozent der Gesundheitsleistungen beanspruchen würden. Die Auswertung der in einem Zehnjahreszeitraum angefallenen Daten von 625.000 Versicherten habe aber ergeben, dass die Verteilung der Gesundheitskosten wesentlich gleichmäßiger sei, erklärte dazu der Leiter des Instituts, Christian Weber.

Demnach benötigen beispielsweise die 20 Prozent der teuersten Fälle unter den 80- bis 89-jährigen Frauen nicht 80 Prozent, sondern 57 Prozent aller Ausgaben ihrer Altersgruppe. Auch in allen anderen untersuchten Gruppen über 50 Jahre liegt demnach der Wert deutlich unter 80 Prozent. Generell werde die Verteilung der Gesundheitskosten umso gleichmäßiger, je älter die Versicherten sind.

Die PKV zieht daraus die Schlussfolgerung, dass teure Einzelfälle weniger relevant für die Finanzierung des Gesundheitswesens seien als bisher angenommen. Daher müsse „die Bedeutung des Fallmanagements - von Chronikerprogrammen bis hin zur integrierten Versorgung - unter Kostenaspekten neu diskutiert werden“, verlangen die Privatkassen. © afp/aerzteblatt.de

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