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Hoppe: Kassen sparen sich auf Kosten der Patienten gesund

Mittwoch, 5. September 2007

Jörg-Dietrich Hoppe /dpa

Berlin – Die Beitrags- und Ausgabenpolitik der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kritisiert hat der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Jörg-Dietrich Hoppe. „Das aktuelle Finanzergebnis der gesetzlichen Krankenversicherung ist kein Grund zum Jubeln. Weder sind die Mehreinnahmen infolge der wirtschaftlichen Entwicklung ein Erfolg der Gesundheitspolitik noch kann man die fortgesetzte Dauerbudgetierung als erfolgreiche Konsolidierung betrachten. Fakt ist: Die Krankenkassen sparen sich gesund auf Kosten der Patienten“, sagte Hoppe nach Veröffentlichung der GKV-Halbjahreszahlen.

Hintergrund: Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat das erste Halbjahr 2007 mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Der Überschuss der knapp 250 Versicherer beträgt rund 307 Millionen Euro, wie das Bundesgesundheitsministerium am 3. September in Berlin mitteilte. Einnahmen von 75,7 Milliarden Euro standen demnach Ausgaben von 75,4 Milliarden Euro gegenüber. Das Ergebnis fiel damit günstiger aus als im ersten Halbjahr 2006, als die Kassen noch ein Defizit von 50 Millionen Euro verbucht hatten.

„Nach wie vor subventionieren die niedergelassenen Ärzte die ambulante Versorgung durch kostenlose Mehrarbeit in Milliardenhöhe; ein Drittel der Arbeit wird nicht bezahlt“, kritisierte Hoppe. Die ausschließlich auf die Kassenbeiträge fixierte Gesundheitspolitik widerspreche den medizinischen Versorgungsnotwendigkeiten völlig.

Kritik an den Krankenkassen kam auch von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG): „Die gesetzlichen Krankenkassen verzeichnen erneut Einnahmensteigerungen von 4,8 Prozent, während der Mittelzuwachs bei den Krankenhäusern nur 0,9 Prozent beträgt. Dies ist einer der geringsten Zuwächse aller Leistungsbereiche der GKV. Aus dieser Diskrepanz muss man zwei Schlüsse ziehen. Erstens: Die Krankenhäuser tragen Konsolidierungslasten, für die es nach wie vor keine Rechtfertigung gibt. Zweitens: Der Aufschwung geht an den Krankenhäusern vorbei“, sagte der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. © hil/aerzteblatt.de

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