Politik

Suizidforscher warnen vor Zulassung von Sterbehilfe

Donnerstag, 6. September 2007

Berlin - Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) hat vor jeglicher Zulassung von Sterbehilfe gewarnt. Jede Durchbrechung des gesellschaftlichen Tötungsverbots „gefährdet und destabilisiert potenziell die menschliche Gemeinschaft“, erklärte die DGS am Mittwoch in Berlin. Stattdessen sei es ethisch geboten, Hilfe zu leisten. So solle Patienten ein würdevolles Lebensende mit optimaler professioneller Versorgung, Leidensminderung und menschlicher Zuwendung möglich gemacht werden.

Vertreter der DGS und internationaler Präventionsprogramme warnten im Vorfeld des am 10. September anstehenden Welttags der Suizidprävention vor einer weltweiten Tabuisierung des Themas Suizid. Solches Verschweigen wirke sich auf Präventionsarbeit negativ aus. Der Aktionstag steht dieses Jahr unter dem Motto „Hilfe für Menschen jeden Alters“.

Der Vorsitzende des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland, Armin Schmidtke, und der nationale Repräsentant der International Association für Suizidprävention (IASP), Georg Fiedler, beklagten zudem den Stellenwert der Prävention. Sie verwiesen darauf, dass nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation in Deutschland mehr Menschen durch Suizid sterben als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten, illegale Drogen und Aids zusammen.

Diese Zahlen seien weitgehend unbekannt, das Interesse am Thema dementsprechend gering. Beide bezeichneten es als wichtigste Aufgabe der mittlerweile 80 Organisationen und 200 Wissenschaftler, die am Nationalen Suizidpräventionsprogramm mitarbeiten, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten und gefährdete Personen zu erreichen.

Besonders suizidgefährdet sind nach DGS-Angaben in Deutschland vor allem Menschen ab 60 Jahre. Die verbreitete Annahme, dass sich besonders viele junge Menschen das Leben nehmen, sei ein Irrtum. „Jeder zweite Suizid einer Frau ist der einer über 60-Jährigen“, heißt es. Schmidtke nannte als Gründe dafür soziale Isolierung und Hoffnungslosigkeit vieler älterer Menschen. Es fehle an gesellschaftlichen Bemühungen, den Ursachen vorzubeugen. So gebe es zu wenig Hilfsangebote für suizidgefährdete ältere Menschen. Vorhandene Angebote würden - vor allem aus Angst und Scham - kaum angenommen. © kna/aerzteblatt.de

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