Ausland

Pakistan: Transplantationsgesetz soll Organhandel verhindern

Montag, 17. September 2007

Islamabad - Die pakistanische Regierung wird zukünftig schärfer als bisher gegen den Verkauf und Handel von menschlichen Organen vorgehen. So soll dem illegalen Handel mit Spenderorganen begegnet werden. Pakistanische Ärzte begrüßten den Schritt und das kürzlich eingeführte neue Transplantationsgesetz. Dies ahndet den illegalen Verkauf von Spenderorganen mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren und hohen Geldstrafen.

Laut internationalen Hilfsorganisationen werden in Pakistan jährlich mehr als 2.000 Nierentransplantationen ausgeführt. Lediglich rund 500 Spendernieren werden dem Vernehmen nach von lebenden Verwandten des Organspende-Empfängers bereitgestellt. Die meisten ausgeführten Transplantationen kommen dagegen bei ausländischen Patienten vor, die nach Pakistan reisen, um dort ein relativ preiswertes Spendeorgan zu finden. 

Genau dieser Handel soll durch das jetzt verabschiedete Gesetz erschwert beziehungsweise unterbunden werden. Immerhin stammen rund 70 Prozent der in Pakistan gehandelten Nieren von Landarbeitern, die ihre Organe verkaufen. Da diese Menschen allerdings nur sehr wenig Geld für ihre Nieren bekommen und sie sich nach dem Eingriff in der Regel keine medizinische Betreuung leisten können, sterben jährlich hunderte Patienten vorzeitig. 

Pakistanische Ärzte haben in den vergangenen Jahren immer wieder auf das Problem hingewiesen. Sie begrüßen die neuen Maßnahmen des Gesetzgebers. Allerdings sei es ohne eine bessere Überwachung der privaten Kliniken in Pakistan nahezu „unmöglich“, die neuen Bestimmungen einzuhalten. 

Das neue Transplantationsgesetz schreibt vor, dass Organtransplantationen zukünftig nur noch von staatlich registrierten Fachärzten vorgenommen werden dürfen. Außerdem ist vor dem Eingriff die Zustimmung eines Ethikrates erforderlich. © KT/aerzteblatt.de

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