Medizin

Tödliche kardiale Risiken von Haloperidol

Dienstag, 18. September 2007

Washington – Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA warnt vor schweren Herzrhythmusstörungen, zu denen es nach der intravenösen Gabe von Haloperidol kommen kann. Das Antipsychotikum Haloperidol wird normalerweise oral verabreicht. Bei akuten schizophrenen Symptomen oder psychomotorischen Erregungszuständen kann es jedoch auch intravenös verabreicht werden. In dieser Applikation kann es zu Verlängerungen der QT-Zeit kommen, worauf in den deutschen Fachinformationen auch hingewiesen wird.

In den USA, wo Haloperidol anders als in Deutschland nur intramuskulär, nicht aber intravenös injiziert werden darf (was off label dennoch üblich ist), ist es  bei einzelnen Patienten zu schweren kardialen Komplikationen gekommen. Die Zulassungsbehörde FDA und der Hersteller nennen 28 Zwischenfälle, die teilweise tödlich endeten, da eine QT-Verlängerung schnell in Torsade de pointes umschlagen kann. Da es keine Daten darüber gibt, wie häufig Haloperidol intravenös angewendet wird, vermag die FDA das Risiko nicht zu quantifizieren.

In den Fachinformationen werden die Ärzte jedoch zur Vorsicht gemahnt. Die intravenöse Gabe sei, vor allem bei höheren Dosierungen mit einem höheren Risiko von QT-Verlängerungen oder Torsade de pointes assoziiert. Vorsicht sei vor allem bei Patienten mit Begleiterkrankungen geboten, bei denen die QT-Zeit typischerweise verlängert sei. Dazu gehören Elektrolytstörungen (vor allem Hypokaliämie und Hypomagnesiämie), kardiale Störungen, Hypothyreose, das familiäre “Long QT Syndrom” oder die Einnahme von anderen das QT-Interval verlängernden Medikamenten. © rme/aerzteblatt.de

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