Barcelona – Eine Direktive der Europäischen Gemeinschaft, die spätestens April 2008 von den Mitgliedsländern umgesetzt werden muss, bereitet den Onkologen Kopfzerbrechen. Die Direktive 2004/40/EC könnte den Einsatz von Kernspintomografen in Kliniken ernsthaft gefährden, meinten die Krebsexperten auf der European Cancer Conference (ECCO 14) in Barcelona.
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Die Direktive 2004/40/EC will Beschäftigte in Krankenhäusern und andernorts vor möglichen Risiken durch elektromagnetische Felder (EMF) schützen. Während die Bevölkerung diesen „Elektrosmog“ vor allem an Handys und in der Nähe von Sendemasten ortet, treten EMF in wesentlich höherer Dosierung in der Nähe eines Kernspintomografen auf. Die Heath and Safety Executive, eine vom britischen Arbeitsministerium gesponserte Behörde, hat nun ausrechnen lassen, welche Auswirkungen die Direktive für die Beschäftigten hat. Ergebnis: Jeder Beschäftigte, der sich weniger als einen Meter von den Spulen des Kernspintomografen entfernt aufhält, überschreitet die Grenzwerte.
Dies würde, wie Dag Rune Olsen von der Norwegischen Strahlenklinik in Oslo auf der Krebskonferenz ausführte, den Einsatz der Kernspintomografen in der onkologischen Diagnostik ernsthaft gefährden. Die Europäische Kommission habe die Kritik zwar zur Kenntnis genommen und eine eigene Untersuchung angeordnet, die im Oktober 2007 veröffentlicht werden soll. Eine Modifizierung der Direktive oder eine Verlängerung der Fristen liege deshalb im Bereich des Möglichen.
Zumindest für Slowenien komme dies zu spät. Das neue Mitgliedsland habe die Direktive bereits in die Rechtsprechung übernommen. Dies bedeute, so Prof. Olsen, dass die Durchführung einer Kernspintomografie in der Slowenien derzeit im Prinzip illegal sei. Da es derzeit keine Meldung über Schließungen aus Slowenien gibt, könnte diese Befürchtung etwas übertrieben sein.
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