Ausland

Johannes Paul II. verweigerte zum Schluss Krankenhausbehandlung

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Rom –  Papst Johannes Paul II. hat kurz vor seinem Tod eine lebensverlängernde Krankenhausbehandlung verweigert. Der Papst habe nur drei Tage vor seinem Tod am 2. April 2005 selbst entschieden, nicht ins Krankenhaus zu gehen, sagte der vatikanische Gesundheitsminister, Kardinal Javier Lozano Barragán, der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ vom Donnerstag. Johannes Paul II. habe seine Ärzte gefragt, ob ein Krankenhausaufenthalt ihn heilen könne. Als die Mediziner die Frage verneinten, habe der Pontifex geantwortet: „Ich bleibe in meiner Wohnung. Ich vertraue mich Gott an.“

Zwei italienische Ärzte, die nicht zum Behandlungsteam des Papstes gehörten, hatten im September für Aufregung gesorgt, als sie im Zusammenhang mit dem Tod von Johannes Paul II. von passiver Sterbehilfe sprachen. In Italien gibt eine erbitterte Diskussion um Sterbehilfe. Im Frühjahr hatte ein Arzt bei einem vollständig gelähmten Patienten auf dessen Bitte hin das Beatmungsgerät abgestellt. Die katholische Kirche lehnt passive Sterbehilfe wie das Abschalten der Beatmungsgeräte ab. 

Barragán warnte darüber hinaus, Patientenverfügungen drohten zu einer „Abkürzung zur Euthanasie“ zu werden. Dies sei grundsätzlich abzulehnen, betonte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Krankenpastoral. Daher habe sich die italienische Bischofskonferenz gegen solche „biologischen Testamente“ gewandt. Es blieben viele Fragen offen, zumal sich eine Entscheidung im Laufe des Lebens ändern könne. © afp/kna/aerzteblatt.de

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