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Tödlicher Mückenstich: Erster Fall von EEE in Europa

Montag, 8. Oktober 2007

Edinburgh – An einer Klinik der schottischen Hauptstadt ringen Ärzte um das Leben eines Patienten, der Pressemeldungen zufolge an einer Eastern equine encephalitis (EEE), zu Deutsch „Östliche Pferdeenzephalomyelitis“, erkrankt ist. Sollten dies stimmen, dann wäre dies der erste Fall von Triple-EEE in Europa.

Der 35-jähige Mann hat sich, wie die BBC mitteilt, während eines Angelurlaubs in New Hampshire angesteckt. Die EEE wird in den USA in allen Staaten an der Atlantikküste, am Golf von Mexiko und in mehreren Staaten an den Großen Seen beobachtet, überall wo es Süßwassersümpfe gibt. Hier sind Wildvögel häufig mit dem EEE-Virus infiziert, das zu den Alphaviren gehört, einer Gattung der Togaviren.

Überträger unter den Vögeln ist die Mücke Culiseta melanura, die allerdings keine Menschen stechen soll. Als „Brücke“ zum Menschen werden deshalb Aedes-, Coquillettidia- und Culex-Spezies diskutiert, die unter anderem Pferde und Menschen angehen. Bei beiden kann die Infektion tödlich sein – wenn es zur Erkrankung kommt.

Dies ist nach Einschätzung der CDC eher selten der Fall. Die meisten Infektionen verlaufen inapparent. Der CDC wurden zwischen 1964 und 2004 nur 220 bestätigte EEE-Erkrankungen beim Menschen bekannt. Erstmals trat sie 1938 auf. Damals sollen 30 Kinder gestorben sein. Bei Pferden wird die Erkrankung bereits seit Mitte des 19. Jahrhundert beobachtet.

Die Inkubationszeit beträgt beim Menschen 3 bis 10 Tage. Dann kann es zu grippeähnlichen Symptomen kommen, oder aber zu einer schweren Enzephalitis. Nach Auskunft der CDC ist „Triple E“ die schwerste durch Mücken übertragbare Erkrankung im Lande. Die Mortalität im Fall einer Erkrankung soll nach anderen Quellen 35 Prozent betragen – bei Pferden bis zu 90 Prozent.

Der jetzt am Western General Hospital in Edinburgh behandelte Patient erkrankte am 31. August, einen Tag nach der Rückkehr. Innerhalb von 48 Stunden fiel er in ein Koma, aus dem er bisher nicht erwacht ist. Die Ärzte schätzten die Überlebenschancen als gering ein. Sollte er jemals aus dem Coma erwachen, rechnen die Ärzte mit schweren neurologischen Spätschäden.

Da die Erkrankung selten ist, geben Reisemediziner keine Warnung aus. Ein erhöhtes Infektionsrisiko haben Bewohner der Endemieregionen, wobei nach Einschätzung der CDC das Infektionsrisiko bei unter 15- und über 50-Jährigen am höchsten ist. Eine kausale Therapie gibt es nicht. Ein Impfstoff steht nur für Pferde zur Verfügung. © rme/aerzteblatt.de

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