Ärzteschaft

Ärzte in Niedersachsen wehren sich gegen drohende Regresse

Dienstag, 23. Oktober 2007

Hannover – Gegen drohende Arzneimittelregresse aus den Jahren 2003 bis 2006 wehren sich Ärzte in Niedersachsen. „Dem Land Niedersachsen sind seine kranken Bürger weniger Wert als anderen Bundesländern“, warnen mehrere Verbände in einem offenen Brief an Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff. Denn obwohl die Medikamentenkosten im Bundesdurchschnitt lägen, habe Niedersachsen die niedrigsten Arzneimittelbudgets. 

„Also müssen Niedersachsens Ärzte ihre Patienten schlechter behandeln als Ärzte in anderen Bundesländern – und wenn sie sich nicht daran halten, werden sie mit Existenz bedrohenden Strafzahlungen der Kassen überzogen“, sagte Martin Grauduszus, Präsident der Freien Ärzteschaft. 820 Ärzte seien von einem Regress bedroht und sollten insgesamt 106 Millionen Euro an die Krankenkassen zahlen. Pro Arzt bedeutet das eine durchschnittliche Belastung von 130.000 Euro. 

„Niedersachsen hatte von 2003 bis 2006 tatsächlich die bundesweit niedrigsten Arzneimittelbudgets“, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) des Bundeslandes gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Grund sei letztlich, dass die Einnahmesituation der Krankenkassen in Niedersachsen über viele Jahre schlechter gewesen sei als in anderen Bundesländern.
Für das Jahr 2007 habe die KV mit den Kassen aber eine Zielvereinbarung abgeschlossen und darin die realen Ausgaben von 2006 als Obergrenze für 2007 vereinbart. Das entspricht einer Steigerung von elf Prozent – eben soviel, wie die Ärzte in Niedersachsen 2006 real mehr verordnet haben, als ihr Arzneimittelbudget tatsächlich umfasste. 

Dies sei ein großer Sprung nach vorn, „aber jetzt müssen wir 2007 die Obergrenzen einhalten, also nicht mehr verordnen als 2006“, so der KV-Sprecher. Ob dies gelinge sei noch offen -  „Bislang liegen nur die Zahlen bis August 2007 vor“, hieß es aus der KV. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige