Ausland

Dignitas leistet Sterbehilfe im Auto

Mittwoch, 7. November 2007

Genf – Die umstrittene Schweizer Sterbehilfeorganisation Dignitas hat zwei Männer aus Deutschland in den Tod begleitet. Wie der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft, Markus Hohl, am Dienstag der Schweizer Nachrichtenagentur SDA sagte, ereignete sich der Fall in einem Kombiwagen auf dem Gebiet der Kleinstadt Maur im Nordosten der Schweiz. Bei den Toten handle es sich um einen 50-jährigen und einen 65-jährigen Mann. Die Deutsche Hospizstiftung kritisierte das Vorgehen als „zynisch und menschenverachtend“.

Die Schweiz verfügt über eines der weltweit liberalsten Gesetze zur passiven Sterbehilfe. Ein Arzt kann einem unheilbar Kranken ein tödliches Gift verschreiben, dieser muss die Dosis jedoch eigenständig zu sich nehmen. Dignitas hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 600 Menschen beim Sterben unterstützt. Die Organisation verspricht den Betroffenen einen schnellen und schmerzlosen Tod.

Der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, forderte politisches und juristisches Handeln, um die Praxis der Sterbehilfeorganisation zu verhindern. „Wie von einer Wahnvorstellung besessen, scheinen die Schweizer Sterbehelfer keine Hemmungen mehr zu haben. Jetzt zeigt sich, was sie wirklich im Sinn haben: einer wahnwitzigen Idee zu folgen und damit Geschäfte zu machen", mahnte Brysch.

Dignitas sieht sich in den vergangenen Monaten zunehmend mit dem Problem konfrontiert, für die Sterbehilfe keine geeigneten Räume zur Verfügung stellen zu können. Nachbarn hatten wiederholt protestiert, sie wollten nicht in kurzen Abständen Leichenwagen vor der Türe sehen. Als die Organisation auf ein Hotelzimmer auswich, drohte der Hotelbesitzer mit einer Klage. © afp/EB/aerzteblatt.de

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