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Neuer Renin-Hemmer vermindert Proteinurie bei Hypertonikern mit diabetischer Nephropathie

Mittwoch, 7. November 2007

San Francisco – Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) wie die ACE-Hemmer haben bei Patienten mit Niereninsuffizienz nephroprotektive Effekte. Eine bei der Jahrestagung der American Society of Nephrology (ASN) in San Francisco vorgestellte Phase-III-Studie belegt, dass Aliskiren, der erste Renin-Inhibitor und damit ein neuartiges Medikament unter den RAS-Hemmern, bei Patienten mit Hypertonie und diabetischer Nephropathie zusätzlich zu einer bereits bestehenden antihypertensiven Therapie die Niere schützt und die Proteinurie reduziert – zumindest im Beobachtungszeitraum der Studie von 24 Wochen.

Primärer Endpunkt der Studie war der Albumin-Kreatinin-Quotient des  morgendlichen Spontanurins (UACR), der sich durch Hinzufügen von Aliskiren um 20 Prozent verbesserte. „Offenbar hat Aliskiren bei dieser häufig schwer zu behandelnden Patientengruppe einen spezifisch positiven Effekt auf die Nierenfunktion“, kommentierte Hermann Haller von der Medizinischen Hochschule Hannover die Ergebnisse der Studie auf Anfrage des Deutschen Ärzteblatts.

„Im Weiteren wäre es natürlich interessant zu wissen, ob dieser Effekt konstant über einen längeren Zeitraum erhalten bleibt und nicht nur den UACR betrifft, sondern auch die glomeruläre Filtrationsrate, die ein härteres Kriterium für die Nierenfunktion ist“, sagte Haller.

An der so genannten AVOID-Studie (1) haben 599 Hypertoniker mit diabetischer Nephropathie teilgenommen. Alle erhielten, zusätzlich zur optimierten Therapie des Bluthochdrucks (zum Beispiel mit ACE-Hemmern oder Diuretika) zusätzlich Losartan in einer Dosierung von 100 mg am Tag. Nach drei Monaten wurden die Patienten randomisiert und erhielten zusätzlich zu Losartan entweder Placebo über weitere 24 Wochen oder Aliskiren, beginnend mit einer Dosierung von 150 mg am Tag für drei Monate und anschließend für weitere zwölf Wochen, forciert titriert auf 300 mg am Tag.

Sechs Monate nach Randomisierung war der UACR-Quotient im Vergleich zu den Basiswerten durchschnittlich um 20 Prozent stärker im Verum- als im Placeboarm gesunken. Das Ergebnis sei hoch signifikant, berichtete Hans-Henrik Parving vom Rigshospital in Kopenhagen bei der Jahrestagung der ASN federführend für die Studiengruppe.

Der Anteil der Patienten mit einer Senkung des UACR um mehr als 50 Prozent betrug bei Studienende 24,7 Prozent unter Aliskiren und 12,5 Prozent unter Placebo. Auch die Albuminausscheidungsrate im Urin (UAER) lag nach Therapie mit Aliskiren nach 24 Wochen durchschnittlich um 21 unter der, die in der Placebogruppe im Vergleich zu den Basiswerten erzielt werden konnte.

Die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR, errechnet nach der international empfohlenen MDRD-Formel, Modification of Diet in Renal Disease) nahm im Beobachtungszeitraum der Studie nicht ab, der Blutdruck sank im Verumarm leicht um durchschnittlich 2 mm Hg systolisch und 1 mm Hg diastolisch (durchschnittliche Basiswerte: 140/80 mm Hg). Der Effekt des Renin-Inhibitors sei also unabhängig vom Blutdruck, so Parving. Eine Reduktion der Albuminurie um 50 Prozent senkt das Risiko für ein Herzkreislaufversagenbei Typ-II-Diabetikern um 27 Prozent (2).

Die Prävalenz des Typ-II-Diabetes wird sich Schätzungen zu Folge in den kommenden 25 Jahren verdoppeln. Zehn bis vierzig Prozent der Diabetiker haben eine Nephropathie mit Albuminurie, erhöhtem intraglomerulärem Druck und Absinken der GFR. © nsi/aerzteblatt.de

(1) Avoid-für Aliskiren in the Evaluation of Proteinuria in Diabetes; Aliskiren ist seit September in Deutschland als Mono- und Kombinationstherapie für die Behandlung von Hypertonikern zugelassen

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