Medizin

Hepatitis C: Interferone bei fortgeschrittener Erkrankung nicht mehr wirksam

Mittwoch, 7. November 2007

Bethesda – Wenn eine Hepatitis C zu einer fortgeschrittenen Fibrosierung der Leber geführt hat, kann eine Behandlung mit pegylierten Interferonen den Verlauf der Erkrankung nicht mehr stoppen. Zu diesem enttäuschenden Ergebnis kommt eine randomisierte kontrollierte Studie der US-National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) in Bethesda und des Herstellers Roche, die jetzt auf der Jahrestagung der American Association for the Study of Liver Disease in Boston vorgestellt wurde.

An der Hepatitis C Antiviral Long-Term Treatment Against Cirrhosis oder HALT-C-Studie hatten 1.050 Patienten mit fortgeschrittener Leberfibrose (Ishak-Score 3-6) teilgenommen, bei denen eine frühere Standardtherapie gescheitert waren. Sie wurden jetzt auf eine Therapie mit pegyliertem Interferon (90 µg/Woche) oder auf eine reine Beobachtung randomisiert. Die Therapie wurde mit mehr als 3,5 Jahren ungewöhnlich lang durchgeführt. Man hoffte, dass sich mit einer Suppression der Virusreplikation die histologischen Befunde verbessern würden. Dies gelang nicht.

Zwar senkte die Behandlung mit dem pegyliertem Interferon die Viruslast signifikant und auch das Ausmaß der Leberentzündung war geringer als in der Vergleichsgruppe. Der Endpunkt aus Tod, Leberkrebs, Aszites, Enzephalopathie oder Zirrhose wurde in beiden Gruppen gleich häufig von etwa einem Drittel der Patienten erreicht (34,1 Prozent unter pegyliertem Interferon und 33,8 Prozent im Kontrollarm der Studie), wie die Gruppe um James Everhart jetzt einräumen musste.

Die Therapie war außerdem für viele Patienten beschwerlich und mit Nebenwirkungen verbunden. In den ersten anderthalb Jahren brachen 17 Prozent der Patienten, nach zwei Jahren 30 Prozent der Patienten die Studie ab. Die häufigsten Gründe waren Infektionen sowie Beschwerden am Bewegungsapparat oder Verdauungssystem, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Die Studie bestätigt, dass die Erfolgschancen am größten sind, wenn die Hepatitis C in einem frühen Stadium erkannt wird. Unter der Standardtherapie aus pegyliertem Interferon plus Ribavirin dürfen nach Einschätzung des NIDDK etwa 50 Prozent der Patienten mit einer langfristigen Eliminierung der Viren rechnen. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige