Cetuximab verlängert Leben bei fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom
Donnerstag, 15. November 2007
Ottawa – Die Behandlung mit Cetuximab erzielt bei Patienten mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom eine – wenn auch begrenzte – lebensverlängernde Wirkung. Dies zeigen die Ergebnisse einer im New England Journal of Medicine (2007; 357: 2040-2048) publizierten randomisierten Studie.
Der Hersteller ImClone Systems hatte in den USA bereits 2001 einen Zulassungsantrag für Erbitux® gestellt. Wirkstoff ist der monoklonale Antikörper Cetuximab, der am Rezeptor für den epidermalen Wachstumsfaktor (EGFR) bindet und dadurch damit das Tumorwachstum unterdrückt.
Wegen Protokollverletzungen in den Studien und fehlender Daten zur Sicherheit lehnte die FDA den Antrag jedoch zunächst ab. Der Hersteller reichte die fehlenden Daten im August 2003 nach und Anfang 2004 (kurze Zeit später auch in Europa) wurde Erbitux® zur Behandlung des fortgeschrittenen Kolorektalkarzinoms eingeführt.
Die Zulassung ist jedoch auf die Second-Line-Therapie beschränkt, und zwar auf Patienten, bei denen eine Irinotecan-basierte Chemotherapie versagt hat und bei denen EGFR auf den Tumorzellen nachgewiesen wurde. In der BOND-Studie an Patienten mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom erzielte die Kombination von Cetuximab plus Irinotecan gegenüber einer Monotherapie von Cetuximab eine deutliche Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (von 1,5 auf 4,1 Monate), eine signifikante lebensverlängernde Wirkung konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
Dies gelang jetzt erstmals in der Studie der National Cancer Institute of Canada Clinical Trials Group (NCIC CTG) in Zusammenarbeit mit der Australasian Gastro-Intestinal Trials Group (AGITG). An der Studie beteiligten sich 572 Patienten mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom (und Expression von EGFR), die bereits eine erfolglose Chemotherapie mit 5-FU, Irinotecan oder Oxaliplatin erhalten hatten oder bei denen Kontraindikationen gegen diese Wirkstoffe bestanden. Die Hälfte der Patienten wurde mit Cetuximab plus supportiver Therapie behandelt, die andere Hälfte erhielt lediglich eine supportive Therapie. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben.
Hier kam es zu der erhofften Verlängerung von 4,6 auf 6,1 Monate, wie Derek Jonker von der Universität Ottawa und Mitarbeiter jetzt mitteilen. Obwohl vier von fünf Patienten Lebermetastasen und zwei von drei Patienten Lungenmetastasen hatten, kam es unter der Therapie mit Cetuximab bei 8 Prozent der Patienten zu einer Teilremission, die in der Vergleichsgruppe nicht beobachtet wurde. Hinzu kommen 31,4 Prozent der Patienten, bei denen unter Cetuximab eine vorübergehende Stabilisierung des Tumorwachstums erreicht wurde gegenüber 10,9 Prozent in der Kontrollgruppe.
Der Hersteller betont, dass mit der Studie erstmals für einen monoklonalen Antikörper eine lebensverlängernde Wirkung in der Monotherapie belegt werden konnte. Bei anderen Antikörpern wie Bevacizumab ist dies bisher nur für die Kombinationstherapie belegt. Die FDA hat die Zulassung zur Monotherapie mit Hinweis auf die lebensverlängernde Wirkung im Oktober 2007 erteilt. © rme/aerzteblatt.de
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