Politik

Deutsche beklagen Abwärtstrend bei medizinischer Versorgung

Mittwoch, 21. November 2007

Berlin – Mit dem deutschen Gesundheitssystem geht es nach Ansicht der Mehrheit der Bevölkerung abwärts. Laut einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie haben 56 Prozent der Deutschen in den vergangenen zwei bis drei Jahren eine Verschlechterung der Versorgung ausgemacht. Vor allem Mitglieder gesetzlicher Kassen fühlen sich unzureichend abgesichert.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte vor einem „Trend zur Zweiklassenmedizin“. Dem widersprach der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Klaus Vater. Er betonte, die Studie diene rein „privatwirtschaftlichen Zwecken“ und stehe im Widerspruch zu anderen Umfragen.

Der „Gesundheitsreport 2007“ war im Auftrag des Finanzdienstleistungsunternehmens MLP in Kooperation mit dem Institut für Demoskopie Allensbach erstellt worden. Demnach schätzen 64 Prozent der gesetzlich Versicherten die Leistungen der privaten Kassen als besser ein. 78 Prozent der fast 1.900 befragten Bundesbürger ab 16 Jahren erwarten, dass die Tendenz zur Zweiklassenmedizin zunimmt.

„Der Unterschied, ob ein Patient privat oder gesetzlich versichert ist, spielt eine immer größere Rolle“, so Lauterbach. Der Zugang zu Spezialisten sei hierfür nur ein Beispiel. Zugleich kritisierte er, dass die Union bei der zum 1. April 2007 in Kraft getretenen Gesundheitsreform zu stark die Interessen der Privatversicherer vertreten habe.

Eine Verbesserung der Versorgung ist nach Ansicht der meisten Befragten nicht in Sicht. Vielmehr herrscht die Meinung: Das System wird schlechter und teurer. Mehr als 80 Prozent rechnen mit steigenden Beiträgen und höheren Zuzahlungen für Medikamente.

Viele befürchten den Abbau der Leistungen auf eine Grundversorgung, erklärte Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach. So sei ein „sprunghaft wachsendes Interesse an privaten Zusatzversicherungen“ spürbar. 40 Prozent der Bevölkerung denken der Umfrage zufolge über eine solche Ergänzung nach, vor allem für Zahnersatz und Brillen. © ddp/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige