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Stickstoffverbindung hemmt Tumorwachstum

Montag, 26. November 2007

Neuherberg – Ein sogenannter small molecule Inhibitor ist in der Lage, das Wachstum von Tumoren, die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) ausgelöst wurden, zu blockieren. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Arnd Kieser aus dem Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in der Zeitschrift Virology (doi:10.1016/j.virol.2007.09.044).

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) ist eines der Viren, das bei der Entstehung von menschlichen Tumoren nachweislich eine Rolle spielt. Zu nennen sind nach Angaben der Arbeitsgruppe das Hodgkin-Lymphom, aber auch lymphoproliferative Erkrankungen nach Organtransplantationen und Nasopharynx-Karzinome kann das EBV auslösen. „Das Forschungsprojekt konnte die entscheidende Rolle eines zellulären Signalwegs für die Zelltransformation durch das Virus zeigen“, sagte Kieser. Dieser Signalweg sei für die Vermehrung von infizierten Zellen unabdingbar.

Die Wissenschaftler testeten im Mausmodell Hemmstoffe des Enzyms Jun-Kinase, welches Teil des Signalweges ist. Sie konnten damit das Wachstum eines EBV-induzierten Tumors verlangsamen. Bei dem Hemmstoff handelt es sich um eine organische Stickstoffverbindung aus der Klasse der Anthrapyrazolone.

„Erwähnenswert ist, dass ein wichtiger Faktor der Wirtszelle als Zielstruktur dient und nicht, wie sonst üblich, ein virales Protein. Dies hat den Vorteil, dass sich das Virus sehr viel schlechter durch Mutation der Behandlung entziehen kann“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. Die Arbeit zeige, dass Grundlagenforschung mögliche Zielstrukturen für die Behandlung virusinduzierter maligner Erkrankungen identifizieren könne. „Unsere Resultate sind wichtige Teilschritte für mögliche Behandlungsansätze“, sagte Kieser. © hil/aerzteblatt.de

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