Politik

Kirchen und Grüne kritisieren CDU-Votum zur Stammzellforschung

Dienstag, 4. Dezember 2007

Berlin – Die katholische Kirche und die Grünen haben das Votum des CDU-Bundesparteitags zur Stammzellforschung deutlich kritisiert. Der Leiter des Katholischen Büros bei der Bundesregierung, Prälat Karl Jüsten, nannte die Entscheidung vom Montagabend bedauerlich. Der Parteitag habe es verpasst, eine eindeutige Position auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes zu beschließen. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Fritz Kuhn, warf der CDU vor, ihre ethischen Überzeugungen zu opfern.

Der Parteitag hatte sich am Montagabend nach rund zweistündiger kontroverser Debatte nicht darauf festlegen lassen, das Stammzellgesetz in seiner bisherigen, eher strengen Fassung beizubehalten. Nach einem abschließenden Appell von Parteichefin Angela Merkel votierten 323 Delegierte gegen ein ausdrückliches Nein zur Verschiebung des Stichtags. 301 Delegierte sprachen sich dafür aus, den geltenden Stichtag auf keinen Fall zu verschieben. Vor Merkel hatte Forschungsministerin Annette Schavan für ihr Vorhaben geworben, den Stichtag für den Import menschlicher embryonaler Stammzellen von 2002 auf 2007 zu verlegen. Mehrere Delegierte warfen der Parteitagsführung vor, mit der Rangfolge der Rednerliste Einfluss auf das Votum genommen zu haben.

Jüsten betonte, die CDU habe am gleichen Tag im neuen Grundsatzprogramm ihre Grundsätze formuliert und immer wieder auf die Würde des Menschen und die Bedeutung des christlichen Menschenbildes verwiesen. Die Abstimmung zur Reform des Stammzellgesetzes „war dafür ein Lackmustest“, so der Prälat. Die hehren Aussagen eines Grundsatzprogramms müssten sich aber in solchen konkreten praktischen Fragen beweisen.

Kuhn sagte, gerade die Verantwortung für das Leben verbiete jegliche Aufweichung der Stichtagsregelung. Wer einmal einknicke und den Forderungen nach einem neuen Stichtag nachgebe, leiste denen Vorschub, die eine „verbrauchende Embryonenforschung“ durchsetzen wollten. Jüngste Forschungserfolge mit der Umprogrammierung von Hautzellen hätten gezeigt, dass keine zusätzlichen embryonalen Stammzelllinien benötigt würden, betonte Kuhn. © kna/aerzteblatt.de

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