Politik

Schavan verteidigt ihre Position zur Stammzellforschung

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Annette Schavan /dpa

Osnabrück –  Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat ihre Position verteidigt, den Stichtag für den Import menschlicher embryonaler Stammzellen von 2002 auf 2007 zu verlegen. Zugleich räumte sie am Dienstagabend in Osnabrück ein, sich „in einem ungewöhnlichen ethischen Dilemma“ zu befinden. Sie gehöre zu denen, die dauerhaft keine Stammzellforschung wollten.

In Deutschland dürfen Forscher an embryonalen Stammzellen arbeiten, die vor dem 1. Januar 2002 im Ausland gewonnen wurden. Diese Regelung soll verhindern, dass zusätzliche embryonale Stammzellen verbraucht und dazu Embryonen vernichtet werden. Forscher drängen auf eine Verschiebung des Stichtags, da die derzeit verfügbaren Stammzellen nicht mehr brauchbar seien.

Schavan hatte beim CDU-Parteitag am Montag in Hannover für eine Stichtagsverschiebung geworben. Nach kontroverser Debatte sprachen sich 301 Delegierte dagegen aus, eine Mehrheit von 323 lehnte im Sinne Schavans aber ein ausdrückliches Nein zur Stichtagsverschiebung ab.

Die Ministerin sagte in Osnabrück, sie befinde sich in der schwierigsten Situation ihres politischen Lebens. Sie persönlich stehe zum deutschen Weg, der keine Züchtung von Embryonen erlaube, so die ehemalige Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Anderseits sehe sie sich aber auch in der Verantwortung gegenüber dem Gesetz: „Da müssen wir uns die Frage stellen, wie dieses Gesetz erhalten bleiben kann.“

Sie trete nicht für eine Liberalisierung des Gesetzes und für mehr Forschung an embryonalen Stammzellen ein, unterstrich Schavan. Auch habe sie als Ministerin nicht vorrangig die Forschung an embryonalem, sondern an adulten Stammzellen gefördert. Trotzdem sei eine Stichtagsverschiebung zu verantworten. „Alle Forscher sagen: Wir kommen auch bei der neu entdeckten somatischen Stammzellenforschung nicht weiter ohne die Ergebnisse aus der embryonalen Stammzellenforschung“, so die CDU-Politikerin.

Unterdessen betonte der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand (CDU), der CDU-Parteitag habe keine Änderung der Stichtagsregelung beschlossen. Gegenüber der „Fuldaer Zeitung“ vom Mittwoch kritisierte Brand den Parlamentarischen Staatssekretär im Forschungsministerium, Thomas Rachel (CDU). „Dass am Tag nach einer ernsthaften Debatte aus dem Forschungsministerium heraus der Versuch unternommen wird, das Ergebnis inhaltlich zu verfälschen, ist eine wirkliche Zumutung“, so Brand. Er wolle am bisherigen Stichtag festhalten. © kna/aerzteblatt.de

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