Politik

Schavan: Embryonale Forschung wird auch bei Stichtagsänderung Ausnahme bleiben

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Annette Schavan /ddp

Düsseldorf – Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) rechnet im Fall einer Änderung der Stichtagsregelung nicht mit mehr Forschung an embryonalen Stammzellen. „Sie bleibt Ausnahme in ganz engen Grenzen, um Vergleichswissen zur Entwicklung ethisch unbedenklicher Alternativmethoden zu haben“, sagte sie der „Rheinischen Post“ vom Donnerstag. Sie gehe von einer Entscheidung des Bundestages noch vor Ostern aus.

Schavan betonte, dass die Abstimmung eines Gewissensentscheidung für die Abgeordneten sei – frei von Fraktionszwang und oder einem Parteitagsbeschluss. Eine Garantie dafür, dass es sich um die letzte Verschiebung handele, könne sie jedoch nicht geben. Hier von endgültigen Garantien zu sprechen, halte sie „für nicht seriös und für falsch“, so die Ministerin.

Mit Blick auf die Kritik an ihrer Haltung vor allem von Seiten der katholischen Kirche, sagte Schavan: „Gerade weil ich katholische Theologin bin, ist für mich diese Entscheidung besonders schwer.“ Sie wolle zwischen den Positionen vermitteln. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, es gebe in Deutschland eine gottlose Wissenschaft. Die embryonale Stammzellforschung werde keinesfalls bevorzugt. „97 Prozent aller Forschungsförderung fließt seit 2000 in die adulte Stammzellforschung“, so die Ministerin. Auch eine Verschiebung des Stichtags bedeute keine Verschiebung der Schwerpunkte.

Bislang dürfen Forscher in Deutschland nur an embryonalen Stammzellen arbeiten, die vor dem 1. Januar 2002 im Ausland gewonnen wurden. Diese Regelung soll verhindern, dass zusätzliche embryonale Stammzellen verbraucht und dazu Embryonen vernichtet werden.

Die CDU hatte auf ihrem Parteitag in Hannover Anfang Dezember mit knapper Mehrheit eine Festschreibung des gegenwärtigen Stichtags für den Import embryonaler Stammzellen abgelehnt und sich damit offen für eine Liberalisierung des geltenden Stammzellgesetzes gezeigt. Aus der SPD kommt ein Antrag auf eine einmalige Verschiebung des Stichtags auf den 1. Mai 2007. Ein anderer Antrag von Abgeordneten aus Union, Grünen, SPD und FDP zielt auf eine Beibehaltung der geltenden Regelung. © kna/aerzteblatt.de

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