Ärzteschaft

Ärztekammer fordert weiteren Ausbau der Palliativversorgung

Donnerstag, 10. Januar 2008

Berlin – Die Bundesärztekammer hat einen weiteren Ausbau der Palliativmedizin gefordert. Vor allem die ambulante Versorgung der Tumorpatienten sei immer noch unzureichend, sagte der Bonner Palliativmediziner Eberhard Klaschik am Donnerstag in Berlin. Bundesweit gebe es nur 80 statt der erforderlichen 320 Palliativdienste, erklärte der Chefarzt am Malteserkrankenhaus Bonn/Rhein-Sieg. 

Der Ausbau der palliativmedizinischen Schmerzlinderung und seelsorglichen Hilfe könne den Wunsch nach aktiver Sterbehilfe verringern. Er äußerte sich zum Auftakt eines Fortbildungskongresses der Bundesärztekammer.

Klaschik würdigte zugleich den Ausbau der Versorgung in den vergangenen zehn Jahren. So sei die Zahl der Palliativstationen von 24 auf 148 gestiegen, die der Hospize von 31 auf 142. Allein im vergangenen Jahr hätten diese Einrichtungen rund 30.000 Patienten versorgt. Nach internationalen Standards gebe es aber bundesweit erst die Hälfte der erforderlichen Palliativ- und Hospizbetten, betonte Klaschik. Zudem seien diese regional ungleich verteilt. Er forderte, die Palliativmedizin in der Ärzteausbildung zum Pflichtfach zu machen.

Nach Angaben der Bundesärztekammer erkranken bundesweit jährlich rund 400.000 Menschen an einem Tumor, 240.000 von ihnen haben behandlungsbedürftige Schmerzen. Von diesen seien 90 Prozent schmerztherapeutisch erfolgreich zu behandeln, erklärte Klaschik. Die Palliativmedizin wolle im Unterschied zur aktiven Sterbehilfe nicht den Leidenden, sondern die Symptome des Leids wie Schmerz und Einsamkeit beseitigen. Zu dem bis Samstag dauernden Kongress werden rund 400 Ärzte erwartet. © kna/aerzteblatt.de

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