Politik

Bundesregierung bekräftigt Nein zu therapeutischem Klonen

Freitag, 18. Januar 2008

Berlin – Nach dem Klonen eines menschlichen Embryos aus Hautzellen in den USA hat die Bundesregierung ihr Nein zum therapeutischen Klonen bekräftigt. Dieses sei hierzulande „verboten und wird verboten bleiben“, sagte eine Sprecherin von Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) am Freitag in Berlin. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehne therapeutisches Klonen „entschieden“ ab, sagte Vizeregierungssprecher Thomas Steg. Eine erdrückende Mehrheit im Bundestag habe festgestellt, „dass das für uns nicht in Frage kommt“.

Eine Biotechfirma aus dem US-Bundesstaat Kalifornien hatte am Donnerstag eine Studie veröffentlicht, derzufolge sie menschliche Embryonen aus Hautzellen von Erwachsenen geklont hatte. Dies könne zur Schaffung von patientenspezifischen embryonalen Stammzellen führen, um damit bislang unheilbare Krankheiten zu behandeln, hatten die Wissenschaftler erklärt.

Die Sprecherin des Bundesforschungsministeriums sagte dagegen, es sei „keine wirkliche Anwendungsperspektive zu sehen“. Zudem würfen solche Experimente „einige ethische Probleme“ auf. Mit einem Einfluss auf die aktuelle Debatte um eine mögliche Lockerung des Stammzellgesetzes rechne Schavan nicht. Die wissenschaftlichen Fortschritte auf diesem Gebiet würden aber von den Fachleuten des Ministeriums genau beobachtet.

Der CDU-Bioethikexperte Peter Liese bezeichnete die Berichte ebenso wie der SPD-Politiker Wolfgang Wordag als „Horrormeldung“. Die Ergebnisse des Teams ließen sich nur „unendlich schwer“ in anwendbare Therapien ummünzen, kritisierte Liese in Brüssel. Dagegen werde es sehr leicht sein, geklonte Embryonen in die Gebärmutter einzupflanzen. Mit adulten Stammzellen seien dagegen bereits bei 73 Erkrankungen Heilerfolge erzielt worden. © afp/kna/aerzteblatt.de  

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