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Mais-Schädling liefert Wirkstoff gegen das Neuroblastom

Mittwoch, 23. Januar 2008

Heidelberg Das sogenannte HC-Toxin des Pflanzenschädlings Helminthosporium carbonum ist offenbar in der Lage, Neuroblastomzellen so umzuprogrammieren, dass sie sich beinahe wie gesunde Zellen verhalten. Das berichten Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) online im International Journal of Cancer (doi: 10.1002/ijc23295).

Das Neuroblastom ist die zweithäufigste bösartige Krebserkrankung bei Kindern. Jährlich gibt es in Deutschland durchschnittlich 150 neue Fälle, damit machen Neuroblastome etwa sieben bis acht Prozent aller Krebserkrankungen im Kindesalter aus. Die meisten betroffenen Kinder sind noch im Vorschulalter, ein Drittel erkrankt bereits im ersten Lebensjahr. Obwohl die Therapie in den vergangenen Jahren verbessert werden konnte, sind die Heilungschancen im fortgeschrittenen Stadium nach wie vor gering. Die verwendeten Medikamente verursachen zudem oft schwere Nebenwirkungen.

HC-Toxin wirkt auf die sogenannten Histondeacetylasen (HDACs), Enzyme, die die Verpackung des Erbguts strukturieren, berichten die Wissenschaftler der Klinischen Kooperationseinheit Pädiatrische Onkologie im DKFZ.

Sie fanden heraus, dass Neuroblastomzellen unter dem Einfluss des Wirkstoffs einige ihrer krebstypischen Eigenschaften verlieren: Sie teilen sich seltener, zeigen weniger invasives Wachstum und ähneln auch äußerlich wieder gesunden Nervenzellen. Diese Effekte waren stärker ausgeprägt als bei anderen bereits untersuchten HDAC-Hemmern. Die Wirkung von HC-Toxin beruht vermutlich unter anderem darauf, dass es die Funktion einer wichtigen zellulären Krebsbremse, die des sogenannten RB-Signalweges, fördert.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Krebsbremse in den Tumorzellen nach Behandlung mit HC-Toxin deutlich aktiver war als in unbehandelten Zellen. In weiteren Untersuchungen wollen sie überprüfen, ob sich die Substanz aus dem Maisschädling für die Entwicklung eines neuen Medikaments gegen das Neuroblastom eignet. hil/aerzteblatt.de

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