Ausland

Europarats-Parlamentarier begrüßen Entwurf zu Gentest-Konvention

Freitag, 25. Januar 2008

Straßburg – Die Parlamentarische Versammlung des Europarats hat den Entwurf einer europaweiten Übereinkunft zu medizinisch begründeten Gentests gebilligt. Die Parlamentarier stimmten am Donnerstagabend in Straßburg einem entsprechenden Bericht des deutschen SPD-Abgeordneten Wolfgang Wodarg zu. 

Bei der Übereinkunft handelt es sich um ein Zusatzprotokoll zur Europarats-Konvention über Menschenrechte und Biomedizin, die seit 1999 in Kraft ist. Gegenüber dem vorliegenden Entwurf nahmen sie nur kleine redaktionelle Änderungen vor.

In dem Entwurf wird ausdrücklich festgelegt, dass jegliche Diskriminierung einer Person oder einer Gruppe wegen ihrer genetischen Eigenschaften untersagt ist. Gentests zu medizinischen Zwecken dürften nur erfolgen, wenn die betroffene Person über Ziele und Art des Tests informiert wurde und ihre Zustimmung gegeben hat. Bei nicht einwilligungsfähigen Personen dürften solche Tests nur stattfinden, wenn sie direkten Nutzen daraus zögen. Für Minderjährige verlangt das Protokoll die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter.

Das Zusatzprotokoll soll zudem den Schutz der gewonnenen Daten garantieren. Die Betroffenen hätten das Recht, in verständlicher Sprache informiert zu werden. Auch ihr Wille, nicht informiert zu werden, sei zu respektieren. Sollten die Ergebnisse Auswirkungen auf die Gesundheit von Familienmitgliedern haben, soll die Testperson informiert werden müssen. Groß angelegte Gentests zu medizinischen Zwecken bei Bevölkerungsgruppen schließt das Zusatzprotokoll nicht aus, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Dazu gehören die Prüfung der Notwendigkeit und das Vorhandensein von Therapien.

Der Protokollentwurf wurde im Juni vom zuständigen Bioethik-Leitungsgremium des Europarates gebilligt. Der Europarats-Ministerrat muss nun darüber beraten, nachdem die Parlamentarische Versammlung ihre Empfehlung abgegeben hat.  © kna/aerzteblatt.de

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