Politik

Pflegekräfte verlangen mehr Eigenverantwortung

Freitag, 25. Januar 2008

Berlin – Vertreter der Pflegeberufe verlangen eine größere Eigenverantwortung für ihre Berufsgruppe. Dazu erwarte man ein klares Signal aus der Politik, sagte die Präsidentin des Deutschen Pflegerates (DPR), Marie-Luise Müller, am Freitag in Berlin. Sie äußerte sich zum Auftakt eines zweitägigen Kongresses mit 1.000 Pflegekräften aus Krankenhäusern, Heimen und Pflegestationen.

Die Berliner Medizin-Soziologin und Mitglied im Sachverständigenrat des Gesundheitswesens, Adelheid Kuhlmey, betonte, dass der Wandel im Gesundheitswesen in den vergangenen Jahrzehnten eine neue Aufgabenverteilung verlange. Sie habe zwar Verständnis für Ängste vor Veränderungen. Die Ärzteschaft könne aber nicht so tun, als habe sich nichts verändert.

Der Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes (DPV), Rolf Höfert, sprach sich für die Einführung einer bundesweit gültigen Berufsordnung aus. Diese müsse die Kompetenzen der 1,2 Millionen professionell Pflegenden verbindlich regeln. In Deutschland gebe es derartige Regelungen nur in Bremen und im Saarland. Frankreich und Österreich hätten demgegenüber längst Gesetze, die die speziellen Berufsaufgaben definierten. Der Gesetzgeber müsse dabei Pflegern auch die Möglichkeit einräumen, Heil- und Hilfsmittel zu verordnen.

Kritik übten die Pfleger an der Form der Abrechnung, die sich seit 2004 nicht mehr an der Liegezeit der Patienten orientiere, sondern am Schweregrad der Diagnose. Diese Fallpauschale berücksichtige bislang nur den medizinischen, nicht aber den pflegerischen Aufwand, beklagte Müller. Das habe zu Einsparungen und einem massiven Abbau bei den Pflegekräften geführt. Der Vorsitzende des Verbandes Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen (BALK), Peter Bechtel, verlangte, die Vergütung müsse sich an Art und Schwere der Pflegebedürftigkeit orientieren.

Mit Blick auf die Pflegereform appellierte Kulmey, die umstrittenen Pflegestützpunkte als Chance für eine Erneuerung im Gesundheitswesen zu begreifen. Allerdings sei eine unabhängige Beratung zu garantieren und Doppelstrukturen zu vermeiden. Vertreter der Pflege wandten ein, dass sich das bisherige Modell zu stark an Kostenträgern orientiere. © ddp/aerzteblatt.de

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