Ausland

Niederlande: Keine Euthanasie bei Babys im letzten Jahr

Freitag, 1. Februar 2008

Den Haag – Niederländische Ärzte haben im letzten Jahr bei der zuständigen staatlichen Stelle keinen Fall der Lebensbeendigung von Babys gemeldet. Dies hat beim Leiter der Anfang vorigen Jahres gegründeten Regierungskommission „Lebensbeendigung Neugeborene“ Zweifel geweckt. Aufgrund von Angaben aus der Vergangenheit müsse er annehmen, dass es trotz ausbleibender Meldungen solche Fälle gebe, meinte Joep Hubben am Donnerstagabend im niederländischen Fernsehen. Früher war vermutet worden, dass Ärzte jährlich in etwa 15 Fällen das Leben schwer kranker oder behinderter Kleinkinder beendeten.

Henk Jan Ormel von der Fraktion der Christdemokraten (CDA) im Den Haager Parlament rief seinen Parteifreund und Justizminister Ernst Hirsch Ballin auf, für mehr Klarheit in diesem Bereich zu sorgen. Auch ihm erscheine es äußerst unwahrscheinlich, dass es wirklich keinen Fall von Euthanasie bei Neugeborenen gegeben habe.

In den Niederlanden können Ärzte bei Erwachsenen straflos aktiv Sterbehilfe leisten, sofern gesetzlich vorgeschriebene Bedingungen erfüllt werden. Dazu gehört, dass Betroffene unheilbar krank sind, unerträglich leiden, dass sie Ärzte ausdrücklich um ihr Eingreifen bitten und dass ein zweiter Arzt zur Begutachtung zugezogen wird. Die Ärzte müssen weiterhin jeden Fall einer Überprüfungskommission melden. 

Die Praxis für Neugeborene ist insbesondere im Ausland heftig kritisiert worden. Hier besteht eine Meldepflicht und es ist eine nachträgliche Untersuchungspflicht der Staatsanwaltschaft vorgesehen. © kna/aerzteblatt.de

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