Politik

Alois Glück gegen neuen Stichtag für Stammzellenforschung

Freitag, 1. Februar 2008

München – Der CSU-Politiker Alois Glück lehnt eine Stichtagsverschiebung für den Import embryonaler Stammzellen zu Forschungszwecken ab. „Eine Spitzenstellung Deutschlands im Lebensschutz ist mir letztlich wichtiger als eine Spitzenstellung auf diesem einen Forschungsgebiet“, sagte er am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in München. Dabei nehme er das Aus für diese Forschung in Deutschland in Kauf.

Der Vorsitzende der CSU-Grundsatzkommission erklärte, er könne die Stichtagsregelung „nicht als isoliertes Fachthema ansehen“. Eine Verschiebung würde die Glaubwürdigkeit solcher Grenzziehungen generell erschüttern; der Einmaligkeitscharakter des Gesetzes würde ausgehöhlt.

Glück räumte ein, dass es beim Problem der Forschung an embryonalen Stammzellen keinen Weg ohne innere Widersprüche gebe. Auch ihre strikten Gegner würden auf anderswo gewonnene Forschungsergebnisse zurückgreifen, wenn zum Beispiel daraus Medikamente entstünden. Er respektiere daher, dass andere „mit ethischen Gründen und nach intensivem persönlichen Ringen zu einem anderen Ergebnis kommen“.

An die Kirche appellierte der bayerische Landtagspräsident, ihr „sensibles Wächteramt“ in der Debatte wahrzunehmen. Sie müsse keine Kompromisse anbieten, sollte sie aber auch nicht verächtlich machen. Politiker, die nach ihrem Gewissen zu entscheiden hätten, dürften innerkirchlich nicht ausgegrenzt werden. In diesem Zusammenhang wies Glück „polemische Äußerungen aus dem kirchlichen Bereich“ gegen Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) zurück. „Mir ist es sehr wichtig, dass wir uns in der Bioethik nicht gegenseitig verteufeln oder abwerten.“

Derzeit dürfen Forscher in Deutschland nur Stammzellen verwenden, die vor 2002 im Ausland entstanden sind. Damit soll verhindert werden, dass ein Anreiz zur Vernichtung weiterer menschlicher Embryonen geschaffen wird. Der Bundestag wird voraussichtlich Mitte Februar über eine Liberalisierung des Gesetzes debattieren. © kna/aerzteblatt.de

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