Politik

Schavan bekräftigt Forderung nach Stammzellgesetz-Änderung

Montag, 11. Februar 2008

Annette Schavan /dpa

Berlin – Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat die Forderung nach Änderung des Stammzellgesetzes bekräftigt. Deutschland müsse auch in dieser Frage ein attraktiver Forschungsstandort bleiben, sagte sie am Montag bei der Verleihung des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Berlin. Wer Alternativen zur embryonalen Stammzellforschung wolle, dürfe sich einer Gesetzesänderung nicht verweigern.

DFG-Präsident Matthias Kleiner kritisierte die Debatte; sie habe in den vergangenen Wochen „leider an Schärfe zugenommen“. Kleiner sprach sich - im Gegensatz zu Schavan - erneut für eine völlige Abschaffung des bestehenden Stichtags aus. Forscher in Deutschland dürfen nach geltender Regelung nur Stammzellen verwenden, die vor 2002 im Ausland entstanden. Diese Stammzelllinien seien inzwischen verunreinigt und damit für viele Untersuchungen nicht mehr brauchbar, so Kleiner.

Der DFG-Präsident betonte, es gehe nicht darum, menschliche Zellen zu klonen oder neue Stammzelllinien anzulegen. „Es geht uns um eine aus wissenschaftlicher Sicht notwendige Anpassung, nicht um eine Aushöhlung des bestehenden Stammzellimport-Gesetzes.“ Derzeit fehle eine Balance zwischen der Forschungsfreiheit und ethisch begründeten Beschränkungen, so Kleiner. Die Verschiebung des Stichtags sei eine Möglichkeit, diese Balance wiederherzustellen.

Unterdessen kritisierte Kardinal Karl Lehmann die Haltung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, in der Stammzelldebatte. Durch seine Befürwortung einer Stichtagsverschiebung gerate der „bisherige bioethische Grundkonsens“ zwischen beiden Kirchen ins Wanken, sagte der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz im Interview der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf.

Er sei jedoch zuversichtlich, dass „die Scherben nicht für immer bleiben“, so Lehmann. Auf evangelischer Seite gebe es ja differenzierte Stellungnahmen. © kna/aerzteblatt.de

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