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Offener Zugang zu Studienergebnissen an Harvard-Universität

Montag, 18. Februar 2008

Cambridge – Als erste größere US-Universität plant die Harvard University Faculty of Arts and Sciences in Cambridge/Massachusetts die freie Verfügbarkeit (open-access policy) von Publikationen, die von Mitarbeitern der Universität verfasst wurden. Allerdings ist die Entscheidung nicht ganz konsequent, da Ausnahmen von der Regel jederzeit möglich sind.

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Wissenschaftler sind bestrebt, ihre Studien in international angesehenen Fachzeitschriften zu publizieren. Bei vielen Journalen geht das Copyright auf die Verlage über, was diese mit dem organisatorischen Aufwand insbesondere für das umfangreiche Gutachterwesen (Peer Review) rechtfertigen. Diese Aufgabenteilung erwies sich als problemlos, solange die Fachartikel nur in der Print-Ausgabe publiziert wurden.

Das Internet ermöglicht jedoch die nahezu unentgeltliche und unbegrenzte Weitergabe (im PDF-Format sogar ohne  Qualitätseinbußen). Dies hat zur Folge, dass viele Forscher die Journale nicht mehr abonnieren. Die Verlage begegnen dem Auflagenschwund mit höheren Preisen, die für manche Journale so hoch sind, dass viele Universitäts-Bibliotheken immer häufiger an ihre Grenzen stoßen. Wenn sie Journale abbestellen, bedeutet, dies, dass Forscher mit der Publikation den Zugriff auf ihre Studien verlieren. Dies verärgert die Universitäten, die einwenden können, dass sie die Kosten für die Durchführung der Studien bezahlen. Sie bestehen deshalb auf der freien Verfügbarkeit der publizierten Daten. 

Als erste Universität hat die Harvard University Faculty of Arts and Sciences jetzt beschlossen, dass das Copyright regelmäßig bei den Autoren liegen soll. Außerdem will die Universität die Arbeiten auf einem Server jedermann kostenlos zur Verfügung stellen. Forscher aus aller Welt könnten dann, beispielsweise mit Google Scholar, nach der Arbeit suchen und sich kostenlos herunterladen.

Als Konsequenz könnten sich führende Fachzeitschriften wie Nature und Science weigern, die Arbeiten zu publizieren, worunter wiederum die einzelnen Forscher leiden würden. Denn die Publikation in einem führenden Journal ist (neben der Qualität und Bedeutung der Arbeit) noch immer der beste Garant für eine Beachtung durch Kollegen, die sich in einem hohen Citation-Index und damit auch in guten Chancen auf zukünftige Forschungsgelder bemerkbar macht.

Die Leitung der Harvard University Faculty of Arts and Sciences bietet den Forschern die Möglichkeit an, freiwillig auf das Copyright zu verzichten. Das könnte zur Folge haben, dass alles beim Alten bleibt. In vielen Bereichen haben die Forscher jedoch die Möglichkeit, in Open-Access Journals wie Biomed Central, Public Library of Science oder in Deutschland German Medical Science zu publizieren.

Die Fachverlage sind deshalb gezwungen, den Forschern entgegenzukommen. Einige Journale haben bereits begonnen, Artikel nach sechs Monaten unentgeltlich im Internet verfügbar zu machen. Ob dies allerdings die Krise behebt, die durch die sinkenden Abonnentenzahlen und die steigenden Abo-Preise verursacht werden, bleibt abzuwarten. © rme/aerzteblatt.de

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