Politik

Däubler-Gmelin empört über Umfrage zur Reproduktionsmedizin

Montag, 25. Februar 2008

Herta Däubler-Gmelin /ddp 

Berlin – Die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) hat sich empört über eine vom Bundesforschungsministerium (BMBF) unterstützte Umfrage zur Reproduktionsmedizin geäußert. Die Fragen seien teilweise tendenziös in Richtung Reproduktionsmedizin und gingen mit Blick auf das Embryonenschutzgesetz weit über die bestehende Rechtslage hinaus, sagte Däubler-Gmelin am Montag in Berlin. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) müsse sagen, „was sie mit der Umfrage will“. Es bestehe „erheblicher Klarstellungsbedarf“.

Die Ministerin habe noch am 14. Februar im Bundestag versichert, dass niemand das Embryonenschutzgesetz infrage stelle, so Däubler-Gmelin. Deshalb sei zu klären, weshalb das Ministerium eine Umfrage unterstütze, deren erklärte Absicht es sei, eine öffentliche Diskussion über das Gesetz in Gang zu bringen. Sie sei besorgt und verärgert, da mit der Umfrage ganz offensichtlich eine weitere Öffnung des Embryonenschutzgesetzes vorbereitet werden solle.

Bei der Umfrage des Instituts für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität Bochum geht es um das Forschungsprojekt „Zur Gerechtigkeit der Finanzierung von Kinderwunschbehandlungen“. Der Fragebogen richtete sich an Gesundheitspolitiker in Bund und Ländern sowie an weitere Fachleute. Zudem umfasst er eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung.

Dabei geht es um die Frage, ob ein Preisnachlass für reproduktionsmedizinische Behandlungen gewährt werden solle, wenn eine Frau einen Teil ihrer Eizellen einem anderen Paar oder für die Forschung spendet. Vorausgesetzt wird dabei, dass Eizellspenden erlaubt wären und Paare die Kosten für reproduktionsmedizinische Behandlungen selbst tragen müssten. Ferner wird der Frage nachgegangen, ob die bislang verbotene Selektion von Embryonen bei reproduktionsmedizinischen Behandlungen erlaubt werden soll. © kna/aerzteblatt.de

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