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Nordost-Südwestgefälle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Europa

Dienstag, 26. Februar 2008

Berlin – Die Sterblichkeit an ischämischen Herzerkrankungen ist bei Männern in Lettland 7,1 Mal so hoch wie in Frankreich. Bei Frauen gibt es in Estland 9,9 Mal so viele kardiale Todesfälle wie in Frankreich. Bei zerebrovaskulären Erkrankungen unterscheidet sich die Mortalität um den Faktor 14,5 bei Männern (Estland vs. Schweiz) und 12,0 bei Frauen (Estland vs. Schweiz). Diese erstaunliche Zahlen zur regionalen Varianz der kardiovaskulären Sterblichkeit in Europa finden sich in einer Analyse im European Heart Journal (2008; doi:10.1093/eurheartj/ehm604). 

Die niedrigste Herz-Kreislauf-Mortalität gibt es in einem „grünen“ Gürtel, der Frankreich, den Norden Italiens und Spanien umfasst, erläutert Privat-Dozentin Jacqueline Müller-Nordhorn von der Berliner Charité. „Dunkelrot“ ist die Situation in vielen osteuropäischen Ländern und beim Herzinfarkt noch in Schottland und Teilen Finnlands.

Finnland wird allgemein gelobt für die gelungenen Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die vor allem die Ernährungsgewohnheiten zum Ziel haben müssen. Denn der hohe Konsum an tierischen Fetten, aber auch an Alkohol und Rauchen, im ehemaligen Ostblock und dem benachbarten Finnland gelten als einer der wichtigsten Gründe für die hohe kardiovaskuläre Sterblichkeit in diesen Ländern. 

Die Ergebnisse wurden von einer Gruppe von Europa-Parlamentariern begrüßt: Die “Members of the European Parliament Heart Group” wollen vermehrt darauf aufmerksam machen, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der EU 27 die häufigste Todesursache sind. Die großen regionalen Unterschiede zeigen, dass hier deutliche Verbesserungen möglich wären.

Allgemein wird angenommen, dass sich die Situation in Osteuropa mit der Angleichung der Lebensverhältnisse verbessert. Teilweise ist dies in Polen gelungen, wo die Sterblichkeit an ischämischen Herzerkrankungen infolge einer gesünderen Ernährung seit den frühen 1990er-Jahren um ein Viertel gesunken sein soll. © rme/aerzteblatt.de

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