Ärzteschaft

Ärztepräsident gegen Beihilfe zum Suizid

Montag, 3. März 2008

Berlin – Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, bedauert die Entscheidung des Luxemburger Parlaments zur Straffreiheit aktiver Sterbehilfe. Er sprach sich am Samstag in Berlin gegen aktive Sterbehilfe und gegen einen ärztlich assistierten Suizid aus. Er werde dafür kämpfen, dass die Liberalisierung in den Beneluxländern „keine Infektion wird“.

Hoppe begrüßte, dass das Luxemburger Parlament bei seiner knappen Entscheidung zugleich das Recht auf Palliativ-Medizin verankert habe. Im Ausbau der Palliativmedizin in Deutschland sehe er ein „Bollwerk“ gegen Forderungen nach einer Legalisierung der Euthanasie und des ärztlich assistieren Suizids. Bei guter Behandlung würden die meisten Patienten wieder von ihrem Sterbewunsch abkommen. 

Er verwies darauf, dass nicht zuletzt die Entwicklung in Holland und Belgien die Bundesärztekammer im Jahr 2004 dazu veranlasst hatte, die 1998 gefassten „Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung“ neu zu formulieren. Daran knüpften die im vergangenen Jahr von der Bundesärztekammer und der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer erarbeiteten Empfehlungen für Ärztinnen und Ärzte zum Umgang mit Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen an.

Im Streit um eine neue gesetzliche Regelung für Patientenverfügungen kündigte unterdessen der SPD-Rechtspolitiker Joachim Stünker für kommende Woche einen
entsprechenden Gesetzentwurf an, wie das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ meldete. Der Vorstoß werde von Bundestagsabgeordneten der SPD, der FDP, der Grünen und der Linken mitgetragen.

Die Gruppe um Stünker wolle mit ihrer Vorlage erreichen, dass der konkret geäußerte und niedergelegte Wille eines unheilbar erkrankten Menschen absolute Priorität habe. Demgegenüber stehen ebenfalls fraktionsübergreifende Anträge, die den Schutz des Lebens in den Vordergrund rücken. Wann sich der Bundestag mit diesem Thema befasst, ist noch unklar. © kna/SR/aerzteblatt.de

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