Ausland

EU will bei Übergewicht bis 2015 eine Trendwende herbeiführen

Mittwoch, 5. März 2008

Brüssel – Europaabgeordnete fordern umfassende Konzepte auf europäischer und nationaler Ebene, um gegen die zunehmende Fettleibigkeit der Europäer vorzugehen. „Wir wissen, dass hier eine Zeitbombe tickt und dass dringend gehandelt werden muss, um millionenfache schwerwiegende Folgeschäden zu vermeiden“, sagte der CDU-Abgeordnete und Arzt Peter Liese auf einem parlamentarischen Abend bei der nordrhein-westfälischen Landesvertretung in Brüssel.

Rund 25 Millionen Kinder in der Europäischen Union (EU) sind übergewichtig oder fettleibig. Die höchsten Raten weisen einer internationalen Vergleichsstudie aus dem Jahre 2004 zufolge die südlichen Länder und Großbritannien auf. Spitzenreiter ist Italien. Hier sind bereits 36 Prozent aller Kinder zwischen sieben und elf Jahren übergewichtig. Es folgen Spanien (34 Prozent) und Portugal (32 Prozent). Deutschland weist mit 16 Prozent eine der geringsten Raten auf. Dennoch leiden auch hierzulande knapp zwei Millionen Kinder und Jugendliche unter überflüssigen Pfunden – Tendenz steigend.

Allerdings sei dies weniger auf ungesündere Ernährungsgewohnheiten als auf ein verändertes Bewegungsverhalten zurückzuführen, so Erik Harms von der deutschen Plattform Ernährung und Bewegung (peb). Harms leitet zugleich die Universitätskinderklinik in Münster. In den letzten zehn bis 15 Jahren sei die Kalorienzufuhr weitgehend gleich geblieben, die Aufnahme von Fetten und Salzen sogar leicht gesunken. Das Hautproblem sei, dass sich Kinder und Jugendliche nicht mehr ausreichend bewegten. „Kinder verbringen im Schnitt 23 Stunden am Tag sitzend, stehend oder liegend“, führte Harms aus. Ziel der EU ist es, bis zum Jahr 2015 eine Trendwende herbeizuführen. 

Liese warnte indessen davor, sich auf Einzelmaßnahmen wie Werbeverbote für bestimmte Produkte oder die Kennzeichnung von Lebensmitteln zu beschränken. Ein reiner Alibi-Aktionismus nütze niemanden, so der CDU-Politiker. Auch sei es unsinnig, übergewichtige Menschen oder niedrigere Bevölkerungsschichten mit einer eindeutig höheren Prävalenz für Übergewicht zu stigmatisieren. Zudem könne die EU bei der Lösung des Problems mitunter nur Anstöße liefern. Hier seien in erster Linie die Länder gefordert. © ps/aerzteblatt.de

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