Bakterium schützt vor Nierensteinen
Montag, 10. März 2008
Boston – Das Bakterium Oxalobacter formigenes (O. formigenes) senkt das Risiko für Nierensteine um 70 Prozent. Das geht aus der Studie einer Arbeitsgruppe des Boston University’s Slone Epidemiology Center hervor. Das Fachblatt der American Society of Nephrology veröffentlicht die Arbeit der Forscher online in seiner Märzausgabe. O. formigenes ist ein natürlich vorkommendes Bakterium ohne bekannte Nebeneffekte (doi: 10.1681/ASN.2007101058).
In den USA beträgt das Lebenszeitrisiko für Nierensteine bis zu 15 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für eine Rekurrenz innerhalb der ersten fünf Jahre liegt bei 30 bis 50 Prozent. Ökonomen schätzen die jährlichen Kosten durch Nierensteine für das Gesundheitssystem auf landesweit zwei Milliarden US-Dollar.
Die Forscher verglichen 247 Erwachsene mit Nierensteinen mit 249 Vergleichspersonen. Diese stammten aus denselben Regionen, hatten dasselbe Alter und Geschlecht, waren jedoch frei von Nierensteinen. Anhand von Stuhlproben erfasste die Arbeitsgruppe der Boston University die O. formigenes-Kolonisation. In der Fallgruppe lag die Prävalenz von O. formigenes bei 17 Prozent, während die Kontrollgruppe eine Durchseuchung von 38 Prozent aufwies.
„Wir konnten insgesamt eine stark umgekehrte Verbindung zwischen der O. formigenes-Kolonisation und wiederkehrenden Kalziumoxalatnierensteinen feststellen“, berichtet David Kaufman, Leiter der Studie. Kalziumoxalat findet sich in bis zu 80 Prozent der Nierensteine. Die Bostoner Forscher vermuten, dass der protektive Effekt des Bakteriums auf eine Metabolisation von Oxalat im Verdauungstrakt zurückgeht. © hil/aerzteblatt.de
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.