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Tarifstreit: Marburger Bund lehnt erstes Arbeitgeberangebot ab

Donnerstag, 13. März 2008

Wiesbaden - Im Tarifstreit für die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) ein erstes Angebot der Arbeitgeber als "Zumutung" zurückgewiesen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) bot den Medizinern nach eigenen Angaben eine stufenweise Anhebung der Einkommen um vier bis 4,5 Prozent an und verlangte zugleich eine Erhöhung der Arbeitszeit.

MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag bezeichnete die Offerte als "absolut enttäuschend und unbefriedigend". Begleitet wurden die vierte Verhandlungsrunde von massiven Warnstreiks an den kommunalen Kliniken.

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Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert für die rund 55.000 Ärzte an 700 kommunalen Krankenhäusern durchschnittlich gut zehn Prozent mehr Gehalt. Außerdem will die Gewerkschaft die Anhebung der Gehälter in Ostdeutschland auf das Westniveau durchsetzen.

Zu dem vorgelegten Angebot erklärte Hammerschlag, damit sollten die Ärzte eine "marginale Gehaltserhöhung mit einer Erhöhung ihrer Arbeitszeit selbst finanzieren". Das Angebot beinhalte auf 24 Monate gerechnet eine durchschnittliche Gehaltserhöhung von unter zwei Prozent bei gleichzeitiger Steigerung der Wochenarbeitszeit um 3,75 Prozent von 40 auf 41,5 Stunden. Dies bedeute, dass der Stundenlohn des Klinikarztes gesenkt werde.

Die VKA orientierte sich bei ihrem Angebot nach eigenen Angaben an einer vorliegenden Offerte für das übrige Personal an Krankenhäusern. Die Ärztegehälter sollten im Gleichklang mit den Gehältern der Pflegekräfte steigen, erklärte die VKA. "Krankenhausarbeit ist Teamarbeit", betonte VKA-Verhandlungsführer Joachim Finklenburg. Die Arbeitgeber wollen zudem eine leistungsorientierte Bezahlung einführen. Ein Prozent des Gehalts solle künftig nach Leistung ausgeschüttet werden, erklärte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann.

Vor Verhandlungsbeginn legten laut Marburger Bund bundesweit an 200 Kliniken mehrere tausend Mediziner die Arbeit nieder. In Wiesbaden kamen demnach rund 1500 Ärzte zu einer Großkundgebung zusammen. Die Tarifverhandlungen sollen trotz der festgefahrenen Situation fortgesetzt werden. afp/aerzteblatt.de

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