Ausland

Europaparlament: Gesundheitsausschuss will Organspenden fördern

Mittwoch, 26. März 2008

dpa

Brüssel – Der Gesundheitsausschuss des Europaparlaments (EP) hat sich heute einstimmig dafür ausgesprochen, Organspenden und -transplantationen in der Europäischen Union (EU) zu fördern und sicherer zu machen. Die Europäische Kommission hatte vor wenigen Wochen angekündigt, einen entsprechenden Richtlinienentwurf mit Mindeststandards noch in diesem Jahr vorzulegen. Die Vorschriften sollen unter anderem verhindern, dass Krankheitserreger, wie HIV oder Hepatitisviren vom Organspender auf den Empfänger übergehen. Auch sollen die EU-Länder künftig enger beim Organaustausch zusammenarbeiten.

Die Abgeordneten unterstützen im Wesentlichen die Pläne der Kommission. „Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung“, so die SPD-Gesundheitsexpertin Dagmar Roth-Behrendt. Einzelstaatlich unterschiedliche Vorgaben, wie die Zustimmungsregelung oder Widerspruchsregelung, sollten jedoch nicht angetastet werden, so die Abgeordneten. Ländervergleiche hätten gezeigt, dass die unterschiedlichen Lösungsmodelle keinen Einfluss auf die Spendenbereitschaft der Bevölkerung hätten, sagte der CDU-Abgeordnete Peter Liese.

So variierten selbst innerhalb Deutschlands die Spenderzahlen regional trotz der bundesweit geltenden Zustimmungslösung mitunter sehr stark. Für sinnvoller halten es die Volksvertreter, Transplantationskoordinatoren an den Krankenhäusern einzuführen. Übermäßige finanzielle und administrative Belastungen durch die geplanten Vorschriften sollten allerdings vermieden werden, so die Abgeordneten.

Auch forderten sie die Europäische Kommission auf, energischer gegen den Organhandel innerhalb der EU vorzugehen. Liese warf der Behörde vor, das Problem zu verniedlichen. In einer offiziellen Mitteilung hatte die Kommission erklärt, sie sehe keinen Anlass, den illegalen Organhandel EU-weit zu bekämpfen, da sich dessen Ausmaße auf „relativ bescheidenem Niveau“, bewegten.

Recherchen des Europarats sowie von Nichtregierungsorganisationen und Journalisten hätten hingegen ergeben, dass es sehr wohl Fälle von illegalem Organhandel in der EU gibt, so Liese. Die Spenden stammten in der Regel aus Bulgarien, Rumänien und der tschechischen Republik. Estland wiederum gelte als eins der wichtigsten Handelszentren für illegal gespendete Organe.

Auch EU-Nachbarländer wie Moldawien, Bosnien, Mazedonien und die Türkei seien in den illegalen Organhandel verstrickt. Dem Bundeskriminalamt und der Deutschen Stiftung Organstransplantation seien auch Einzelfälle in Deutschland bekannt, so Liese. © ps/aerzteblatt.de

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