Frauen haben ein höheres Lebenszeitrisiko für Demenz
Freitag, 28. März 2008
Boston – Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens wahrscheinlicher an einer Demenz oder einem Schlaganfall als an einer koronaren Herzkrankheit. Das geht aus Untersuchungen von Wissenschaftlern der Boston University School of Medicine hervor. Die Alzheimer’s Association publiziert diese im Bericht Alzheimer’s Disease: Facts and Figures 2008 (2008; 33-34). Schlaganfälle und Demenz sind die häufigsten altersbezogenen neurologischen Erkrankungen. Sie gehören zudem zu den zehn häufigsten Krankheitsbelastungen im Alter.
Die Forscher der Boston University School of Medicine beobachteten über 29 Jahre 2.794 nicht demente Teilnehmer der Framingham Heart Study. Im Verlauf traten 400 Fälle von Demenz auf, 292 davon durch die Alzheimersche Erkrankung. Die Analyse der Forscher ergab, dass das zu erwartende Lebenszeitrisiko einer Demenzerkrankung für Frauen bei etwa eins zu fünf liegt, während Männer in einem von sieben Fällen im Laufe ihres Lebens dement werden.
„Die Erkenntnis, dass das Lebenszeitrisiko beider Geschlechter, einen Schlaganfall oder eine Demenz zu erleiden, bei über eins zu drei liegt, ist erstaunlich“, betont Erstautorin Sudha Seshadri, außerordentliche Professorin für Neurologie an der Boston University School of Medicine. „Bei den Frauen liegt das Risiko somit über dem Lebenszeitrisiko für eine koronare Herzerkrankung.“
Die Forscher vermuten, dass sich die höhere Lebenserwartung von Frauen in einem höheren Lebenszeitrisiko niederschlägt. „Ab einem gewissen Lebensalter sollte man sich Risikos einer Erkrankung bewusst sein. Statistiken wie diese sind essenziell für die zu erwartende lebenszeitbezogene Krankheitsbelastung von Bevölkerungen“, ergänzte Seshadri. © hil/aerzteblatt.de
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