Ausland

Schwer kranke Französin verlangt Referendum zur Sterbehilfe

Mittwoch, 2. April 2008

Paris - In Frankreich hat eine weitere unheilbar kranke Patientin eine Aufhebung des Verbots der aktiven Sterbehilfe verlangt. Die an einer seltenen Erbkrankheit leidende Frau rief Staatspräsident Nicolas Sarkozy auf, ein Referendum über Sterbehilfe zu organisieren, wie französische Fernsehsender am Dienstagabend berichteten.

Die 31 Jahre alte Frau leidet an einer fortschreitenden Lähmung. Sie stehe in Verbindung mit der Schweizer Sterbehilfe-Organisation „Dignitas“, wurde sie in den Medien zitiert. Allerdings verfüge sie nicht über die Mittel, die Dienste der Organisation in Anspruch zu nehmen.

Vor knapp zwei Wochen hatte der Fall einer 52-jährigen Lehrerin mit einer schweren Krebserkrankung eine neue Debatte über Sterbehilfe ausgelöst. Die Frau hatte vergeblich bei einem Gericht um die Verabreichung lebensbeendender Mittel nachgesucht. Zwei Tage später wurde sie tot in ihrer Wohnung gefunden, offenbar nach der Einnahme starker Schlafmittel. Die Frau litt an einer unheilbaren Tumor-Erkrankung mit erheblichen Entstellungen im Gesicht.

Nach einem 2005 beschlossenen Gesetz ist aktive Sterbehilfe in Frankreich eine Straftat. Ärzte dürfen aber die Behandlung unheilbar Kranker stoppen oder begrenzen, wenn der Patient dies wünscht.

Zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe bekräftigte ihr Vorsitzender, Kardinal Andre Vingt-Trois, die kirchliche Ablehnung aktiver Sterbehilfe. Er beklagte, das persönliche Drama Einzelner werde für eine Kampagne instrumentalisiert, um die Öffentlichkeit für Gesetzesänderungen zu gewinnen. Tatsächlich gehe es aber um die Erlaubnis zu töten. © kna/aerzteblatt.de

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