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Flensburg: Test der elektronischen Gesundheitskarte ausgesetzt

Donnerstag, 10. April 2008

Bad Segeberg - Flensburger Ärzte setzen den Test der Speicherung von Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) bis auf weiteres aus. Grund dafür ist die aus ihrer Sicht nichtgewährleistete Barrierefreiheit. Als Problem hatte sich vor allem die für Patienten zwingend vorgeschriebene Eingabe einer sechsstelligen PIN-Nummer bei der Speicherung oder Ergänzung des Notfalldatensatzes erwiesen.

Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) hatten gerade ältere Patienten häufig ihre PIN vergessen oder konnten in der vorgegebenen Zeit die PIN-Eingabe nicht durchführen. Das habe insbesondere für Menschen mit Behinderungen oder Demenz gegolten. Bis zu 75 Prozent der Versuche, den Notfalldatensatz auf der eGK zu speichern, seien fehlgeschlagen, hieß es aus der KVSH.

Die Flensburger Ärzte gehen davon aus, dass diese Probleme in absehbarer Zeit auch in den anderen Testregionen auftreten werden. „Wir haben für diesen Schritt Verständnis und fordern gerade im Interesse der Patientengruppen, die am meisten von der elektronischen Gesundheitskarte profitieren könnten, eine Modifikation des bisherigen Verfahrens“, so Ingeborg Kreuz, stellvertretende Vorsitzende der KVSH. „Die jetzt festgestellten Probleme bedeuten im Alltag eine Ausgrenzung einer großen Bevölkerungsgruppe von einer besseren Versorgung. Der Schritt der Flensburger Kollegen ist daher absolut nachvollziehbar und gerechtfertigt.“

„Wir treten weiterhin für eine ergebnisoffene Testung der elektronischen Gesundheitskarte ein und setzen gerade im Vorfeld des geplanten Basis-Rollouts der eGK auf praxisnahe Lösungen“, so Kreuz. „Wir sind gern bereit, uns dazu mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen.“ Als mögliche Lösung bietet sich nach Ansicht der regionalen Projektbeteiligten eine „Komfort-PIN“ an. Bei diesem Verfahren könnte der behandelnde Arzt vom Patienten autorisiert werden, anstelle des Patienten die PIN einzugeben.

Auch aus Sicht des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Schleswig-Holstein wäre diese Lösung datenschutzrechtlich dann machbar, wenn es keine anderen akzeptablen Alternativen zur persönlichen PIN-Eingabe gibt. © EB/aerzteblatt.de

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