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Exubera-Anwender an Lungenkrebs erkrankt

Donnerstag, 10. April 2008

Washington – Sechs Lungenkrebserkrankungen bei Anwendern von Exubera® bedeuten das endgültige Ende der Idee einer inhalativen Insulintherapie. Nachdem der Hersteller Pfizer im letzten Jahr die Vermarktung eingestellt hatte, gab jetzt auch die Firma Nektar Therapeutics alle weiteren Pläne auf.

Exubera wurde zwar im Oktober 2007 weltweit vom Markt genommen. Der Hersteller erklärte sich aber bereit, Patienten, die das inhalative Insulin angewendet hatten, für eine Übergangszeit weiter zu versorgen. Neben diesen etwa 1.200 Patienten sollen sich noch weitere 2.800 Patienten in klinischen Studien befinden. Pfizer hatte die Lizenz an Nektar Therapeutics in San Carlos zurückgegeben, die das Medikament seinerzeit entwickelt hatte. Die Firma suchte seither nach neuen Partnern, die bereit wären, ein Medikament zu vermarkten, das weder bei Patienten noch bei den Ärzten auf große Resonanz gestoßen war. Der Marktanteil lag zuletzt bei unter einem Prozent.

Jetzt teilt Nektar Therapeutics mit, dass es keinen Dollar mehr in das Produkt investieren werde. Ursache ist eine Änderung der Fachinformation, welche die amerikanische Zulassungsbehörde FDA jetzt verfügte. Darin ist zu lesen, dass in klinischen Studien mit Exubera sechs Fälle von neu diagnostizierten primären Lungenmalignomen aufgetreten sind, in den Vergleichsgruppen wurde dagegen nur ein Fall beobachtet. Ein weiterer Fall wurde nach der Zulassung bekannt. Die Inzidenz von Lungenkrebs steigt nach Berechnungen der FDA von 0,02 auf 0,13/100 Patientenjahre. Alle Erkrankungen sind bei Exrauchern aufgetreten, weshalb die FDA diesem Befund bei der Zulassung keine Beachtung schenkte. Auch in der aktuellen Warnung wird darauf hingewiesen, dass die Zahl der Erkrankungen zu gering sei, um eine Kausalität zu belegen.

Neben Pfizer hat auch Eli Lilly die Ambitionen auf die Entwicklung eines inhalativen Insulins aufgegeben. Nach Meldungen aus der Wirtschaftspresse wurde ein entsprechendes Projekt im letzten Monat beendet. Nur noch MannKind Corp aus Valencia in Kalifornien soll weiterhin an einem inhalativen Insulin forschen. Der Aktienkurs der Firma fiel nach Bekanntwerden der FDA-Warnung um 60 Prozent. © rme/aerzteblatt.de

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