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Carotisstenose: Stent bei Risikopatienten der Operation gleichwertig

Freitag, 11. April 2008

Boston – Bei Hochrisiko-Patienten mit hochgradiger Stenose der Halsschlagader ist ein Stent auch langfristig eine gleichwertige Alternative zur Operation. Zu diesem Ergebnis kommt eine randomisierte Studie im New England Journal of Medicine (2008; 358: 1572-1579).

An der „Stenting and Angioplasty with Protection in Patients at High Risk for Endarterectomy” oder SAPPHIRE-Studie waren 334 Patienten beteiligt, die eine symptomatische Stenose der Art. carotis um wenigstens 50 Prozent oder eine asymptomatische Stenose um wenigstens 80 Prozent aufwiesen. Es handelte sich um Patienten mit einem deutlich erhöhten Operationsrisiko infolge signifikanter Herzerkrankungen (Herzinsuffizienz, abnorme Befunde in der Ergometrie oder bestehende Indikationen für eine offenen Herzoperation), schwerer Lungenerkrankung, kontralateralem Verschluss der Carotis, kontralateraler Laryngeus-Lähmung, rezidivierender Stenose nach früherer Carotis-Endarteriektomie, früherer Operation beziehungsweise Bestrahlung im Halsbereich oder einem Alter von über 80 Jahren.

Nur für diese ausgesprochene Negativselektion von Patienten belegt die Studie, dass die Platzierung eines Stents in der Art. carotis gleich gute Ergebnisse liefert wie eine (zum Teil erneute) Endarteriektomie. Die Autoren hatten diese Gleichwertigkeit in früheren Publikationen für die unmittelbare postoperative Phase und die Einjahresergebnisse zeigen können. Jetzt stellen Donald Cutlip von der Harvard Universität und Mitarbeiter die Dreijahresergebnisse vor. Es gelang den Forschern 260 der 334 Patienten (78 Prozent) erneut zu kontaktieren. Von ihnen hatten 24,6 Prozent nach Stent-Implantation und 26,9 Prozent nach Operation den primären Endpunkt aus Tod, ipsilateralem Schlaganfall oder Herzinfarkt erreicht.

Die Studie, die von einem Stent-Hersteller gesponsert wurde, sei eine gute Nachricht für alle Patienten, denen ansonsten keine Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen, kommentiert die Society for Cardiovascular Angiography and Interventions die Studie. Allen anderen Patienten dürfte vorerst weiter zu einer Endarteriektomie oder in leichteren Fällen zu einer medikamentösen Therapie geraten werden.

Ob die Indikation für die Stentimplantation in Zukunft ausgeweitet wird, dürfte von den Ergebnissen der laufenden Carotid Revascularization Endarterectomy vs. Stenting Trial (CREST) der US-National Institute of Health abhängen. Diese Studie schließt 2.500 Patienten nach transitorischer ischämischer Attacke oder leichtem Schlaganfall ein, bei denen eine Carotisstenose von mehr als 50 Prozent (in der Angiografie) oder mehr als 70 Prozent in der Sonografie vorliegt. © rme/aerzteblatt.de

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