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Wie Asbest die Lungen schädigt

Montag, 14. April 2008

Lausanne – Immunologen berichten in Science (2008; doi: 10.1126/science.1156995), wie Asbest die Lunge schädigt und warum ein Medikament gegen rheumatoide Arthritis dies verhindern könnte.

Die Inhalation von Asbest und anderen Gesteinsstäuben führt in der Lunge zu einer chronischen Entzündung, die zur Fibrose und im Fall von Asbest auch zu Lungenkrebs führen kann. Die chronische Entzündung ist nach den Experimenten von Jürg Tschopp von der Universität Lausanne die Folge einer Aktivierung des Inflammasoms Nalp3.

Ein Inflammasom ist eine Gruppe von Enzymen, mit denen das Immunsystem Krankheitserreger auf breiter Front angreift. Da Asbest kein Krankheitserreger ist und deshalb durch die Immunreaktion nicht beseitigt wird, kommt die Entzündung niemals zum Stillstand, mit den bekannten Folgen. Um diese zu vermeiden, müsste man das Inflammasom Nalp3 stoppen. Dies wäre theoretisch mit dem Wirkstoff Anakinra möglich.

Anakinra ist ein Antagonist am Interleukin 1-Rezeptor. Interleukin 1beta ist laut Tschopp jedoch das zentrale Zytokin des Inflammasoms Nalp3. Ohne Nalp3, das konnte Tschopp an Knock-out-Mäusen zeigen, kommt es nach einer Asbest-Exposition niemals zur Lungenfibrose.

Ob Anakinra aber tatsächlich Lungenschäden vermeiden könnte, müsste wohl in klinischen Studien untersucht werden, für die angesichts der Asbestvermeidung nicht so schnell Teilnehmer gefunden werden dürften. © rme/aerzteblatt.de 

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