Ausland

Bisphenol-A: Kanada verbietet Babyflaschen aus Kunststoff

Dienstag, 22. April 2008

Ottawa – Die kanadische Regierung wird Babyflaschen aus Polycarbonat verbieten. Dies gab die Zulassungsbehörde Health Canada Ende der vergangenen Woche bekannt. Grund ist der Gehalt an Bisphenol-A, das eine östrogenähnliche Wirkung hat und im Verdacht steht, gesundheits- und erbgutschädigend zu sein.

Kanada ist weltweit das erste Land, das Plastikprodukte verbietet, denen Bisphenol-A zugesetzt ist. Die Chemikalie ist nicht nur in Babyflaschen enthalten, sondern in vielen Plastikprodukten aus Polycarbonat. Bisphenol-A ist zudem in einem Kunststoffharz enthalten, mit dem viele Konservendosen von innen beschichtet sind. Bisphenol-A wird in geringer Menge aus dem Plastik freigesetzt. Ob davon eine schädigende Wirkung ausgeht, ist umstritten.

Die kanadische Behörde begründet ihre Entscheidung mit der allgemeinen Gesundheitsvorsorge. Babyflaschen werden verboten, weil Säuglinge am ehesten gefährdet wären. Laborexperimente und tierexperimentelle Studien weisen nach Auskunft von Health Canada darauf hin, dass Bisphenol-A selbst in niedrigen Konzentrationen die neuronale Entwicklung schädigen kann, wenn es im sehr frühen Lebensalter zu einer Exposition kommt.

Die Entscheidung ist das Ergebnis einer Risikoabschätzung von Chemikalien, dem Chemicals Management Plan, der mehr als 200 Substanzen mit potenziell schädigender Wirkung umfasst. Die Industrie hat jetzt 60 Tage Zeit, ihre Bedenken anzumelden. Einsprüchen werden aber keine Erfolgschancen gegeben.

Der US-Chemieverband American Chemistry Council hat bereits signalisiert, dass man die Entscheidung respektieren werde. Es wird erwartet, dass das Gesetz im Laufe des Jahres greifen wird. Es verbietet neben der Produktion auch den Import von Babyflaschen aus Polycarbonat. © rme/aerzteblatt.de

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