9.096 News Medizin

Medizin

Mammakarzinome wachsen bei jungen Frauen schneller

Freitag, 9. Mai 2008

Oslo – Mammakarzinome wachsen unterschiedlich schnell. Einige verdoppeln ihre Größe innerhalb eines Monats, andere benötigen dafür sechs Jahre. Dies zeigen Berechnungen norwegischer Forscher in Breast Cancer Research (2008; 10: R41). Eine der wichtigsten Einflussgrößen ist das Alter der Frau.

Aus der Größe der Tumoren bei der Früherkennung und der Häufigkeit von Intervalltumoren können Mathematiker das Größenwachstum von Krebserkrankungen berechnen. Wichtig für die Zuverlässigkeit der Ergebnisse sind eine hohe Akzeptanz des Screenings und die komplette Erfassung aller Intervalltumore.

Diese Voraussetzungen sind in Norwegen erfüllt, wo vier von fünf Frauen an der Früherkennung teilnehmen. Zudem ermöglicht eine persönliche Identifikationsnummer aller Bewohner den problemlosen Abgleich von Screeningprogramm und Krebsregister, in denen die Intervalltumore auffallen.

Die von Harald Weedon-Fekjær vom Norwegischen Krebsregister (Kreftregisteret) in Oslo vorgestellten Daten zeigen, dass das Krebswachstum sehr variabel ist. Etwa fünf Prozent aller Mammakarzinome benötigen weniger als 1,2 Monate um den Durchmesser von 10 auf 20 mm zu vergrößern. Bei weiteren fünf Prozent beträgt diese Verdopplungszeit 6,3 Jahre. Die anderen liegen dazwischen.

Weedon-Fekjær errechnet eine Durchschnittszeit von 1,7 Jahren für die Verdopplung. Sie nimmt mit dem Alter zu: von 1,4 Jahren bei den 50- bis 59-Jährigen auf 2,1 Jahre bei den 60- bis 69-Jährigen. Weedon-Fekjær gibt auch Schätzungen der Sojourn-Zeit an. Das ist die Zeitdauer, um die ein Tumor im Screening früher entdeckt wird. Sie beträgt bei den jüngeren Frauen 2,3 Jahre und bei den älteren Frauen 3,5 Jahre. 

Eine denkbare Konsequenz wäre die Verkürzung des Screeningintervalls bei jüngeren Frauen. Die Untersuchung von Weedon-Fekjær ist jedoch nicht ohne innere Widersprüche. Nach seinen Berechnungen sollte man erwarten, dass die Zahl der Intervalltumore bei jüngeren Frauen größer ist. Aus Fig. 2 der Studie geht allerdings hervor, dass der Anteil der Intervalltumore mit 1,1 Prozent bei den älteren Frauen höher ist als bei den jüngeren 0,68 Prozent. Beide Zahlen belegen indes eine hohe Effektivität des Screenings auf dieser Erkennntnisebene. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
9.096 News Medizin

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in