Medizin

Glutamat führt zum Hirnödem bei malignen Gliomen

Donnerstag, 15. Mai 2008

Erlangen/Nürnberg – Der Neurotransmitter Glutamat ist verantwortlich für die Entwicklung von Ödemen bei malignen Gliomen. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Ilker Eyüpoglu der Neurochirurgischen Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg in der Zeitschrift Nature Medicine (doi:10.1038/nm1772).

Flüssigkeitsansammlungen in intaktem Körpergewebe, die von benachbarten, krankhaften Gewebeveränderungen verursacht sind, werden als perifokale Ödeme bezeichnet. Problematisch werden sie vor allem bei Hirntumoren. Dadurch kommt es unter anderem zu neurologischen Ausfällen.

Gliome geben nach Angaben der Gruppe große Mengen des Neurotransmitters Glutamat ab. Dies führt zum Untergang von Nervenzellen im umliegenden Hirngewebe und reduziert die Überlebenszeit und die Lebensqualität des Patienten deutlich. Außerdem sei das Hirnnödem bei auf die Dysbalance an übermäßigem Glutamat zurückzuführen.

Auf das Überleben des Patienten haben diese Untersuchungen zunächst keinen unmittelbaren Einfluss jedoch schaffen die Ergebnisse besseren Einblick in die Biologie dieses Tumors. „Bis heute haben die therapeutischen Konzepte der letzten 40 Jahre keine deutliche Verlängerung der Überlebenszeit oder gar Heilung gebracht.

Das neue molekulare Verständnis eröffnet jedoch prinzipiell in den nächsten Jahren eine neue und eventuell effektivere therapeutische Option“, erklärten die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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