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USA empfehlen Senioren Impfung gegen Gürtelrose

Freitag, 16. Mai 2008

Washington – Die US-amerikanische Impfkommission rät allen Menschen über 60 Jahren zu einer einmaligen Impfung gegen das Varizella-Zoster-Virus (VZV). Dies könnte laut den Angaben in Mortality and Morbidity Weekly Report (MMWR 2008; 57: 1-30) die Hälfte aller Zostererkrankungen im Alter verhindern.

Die Gürtelrose ist die Folge einer Reaktivierung von VZV, die nach der Primärinfektion in der Kindheit (Windpocken) lebenslang in den sensorischen Nervenganglien persistieren. In dem dazugehörigen Dermatom (Gürtelrose) kommt es dann zur erneuten Eruption der Herpesvesikel.

Betroffen sind in der Regel ältere Menschen, bei denen Phasen der Abwehrschwäche die Reaktivierung begünstigen. Nach Angaben der Centers of Disease Control and Prevention in Atlanta erleiden die Hälfte aller Menschen bis zum 85. Lebensjahr einen Zoster und bei einem Drittel dieser Patienten geht die Eruption mit Komplikationen einher, von denen die häufigste die postherpetische Neuralgie ist, welche die Patienten noch Jahre nach dem (spontanen) Abheilen der Läsionen quälen kann.

Der Zoster kann zwar durch eine rechtzeitige Behandlung (innerhalb der ersten 72 Stunden) mit Virustatika gelindert werden. Besser wäre jedoch eine Prävention, die ein seit 2006 in den USA und in Europa zugelassener Impfstoff (Zostavax® von Sanofi Pasteur MSD) verspricht. In der maßgeblichen Shingles Prevention Study (NEJM 2005; 352: 2271-2284) hatte eine einmalige Impfung die Häufigkeit von Zoster-Erkrankungen in den ersten drei Jahren um die Hälfte gesenkt.

Die Zahl der postherpetischen Neuralgien ging sogar um zwei Drittel zurück. Die häufigsten Nebenwirkungen der Impfung waren Rötungen, Schmerzen und Spannungen an der Injektionsstelle sowie Juckreiz oder Kopfschmerzen. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Impfung gegen Zoster-Erkrankungen derzeit noch nicht. © rme/aerzteblatt.de

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