Ausland

Premier verteidigt Forschung an embryonalen Stammzellen

Montag, 19. Mai 2008

London – Der britische Premierminister Gordon Brown hat die Pläne seiner Regierung zur Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen gegen Kritik verteidigt. Er habe großen Respekt für all jene, die aus religiöser Überzeugung Bedenken gegen Teile der Gesetzesvorlage hätten, schrieb Brown unmittelbar vor einer erneuten Parlamentsabstimmung über die geplante Liberalisierung des Gesetzes in der Londoner Sonntagszeitung „The Observer“. Großbritannien, bekräftigte der Regierungschef, müsse jedoch seine Rolle an der Spitze dieser Forschung behalten.

Die Mitglieder des britischen Unterhauses wollen an diesem Montag und Dienstag erneut einzelne Teile des novellierten Embryonengesetzes debattieren und darüber abstimmen. Dabei geht es unter anderem um die Erlaubnis der Herstellung von Mensch-Tier-Embryonen zu Forschungszwecken, um die Zulassung der künstlichen Befruchtung bei lesbischen Frauen und um eine Verkürzung der bislang geltenden gesetzlichen Frist für eine Abtreibung. Erst am Donnerstag hatten die Abgeordneten im Unterhaus mit 262 Ja- gegen 78 Nein-Stimmen für die weitere Behandlung der Gesetzesvorlage im Parlament votiert.

Erstmals diskutierten Ende voriger Woche Wissenschaftler, Ethiker und Bischöfe in London über die Möglichkeiten und Grenzen der embryonalen Stammzellforschung. Der Londoner Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz von England und Wales, und der in der Bischofskonferenz für diesen Bereich zuständige Erzbischof Peter Smith von Cardiff appellierten bei der am späten Samstagabend im Hörfunk der BBC ausgestrahlten Debatte an die Wissenschaftler, sich auf Forschung mit adulten Stammzellen zu beschränken. Dafür sei es nicht erforderlich, „menschliches Leben neu zu schaffen und dann zu zerstören“ oder „menschliches und tierisches Leben miteinander zu vermischen“, argumentierten beide.

Smith sprach sich zudem für die Errichtung einer nationalen Bioethik-Kommission aus. Den Teilnehmern der Runde bescheinigte er, „konstruktiv“ ergründet zu haben, was Menschsein bedeute. Colin Blakemore, Neurobiologe an der Universität Oxford, trat dafür ein, in dieser Frage „Brücken zwischen Theologie und Wissenschaft zu bauen“. © kna/aerzteblatt.de

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