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Kosmetische Chirurgie: „Bio“-Filler mit unschönen Folgen

Dienstag, 20. Mai 2008

Barcelona – Bio-Alcamid®, das derzeit von vielen Schönheitschirurgen bevorzugte Implantat zur Beseitigung von Gesichtsfalten oder zur Betonung der Lippenkontur, ist keineswegs frei von Spätkomplikationen, wie Mediziner aus Spanien in den Archives of Dermatology (2008; 144: 637-642) berichten.

Bio-Alcamid besteht zu 96 Prozent aus nicht pyrogenem Wasser und zu etwa vier Prozent aus Polyalkylimid. Das künstliche Polymer löst sich nach Angaben des kanadischen Herstellers Pur Medical nicht aus seiner Matrix. Es werde vielmehr vom Körper von einer feinen Kollagenschicht überzogen und könne deshalb auch keine immunolgischen Reaktionen auslösen.

Dem widersprechen die Erfahrungen von Jaume Alijotas-Reig von der Vall d'Hebron Universitätsklinik in Barcelona. Der Spezialist für Autoimmunerkrankungen stellt zusammen mit der Sociedad Española de Medicina y Cirugía Cosmética, dem Verband der spanischen Schönheitschirurgen, 25 Patienten vor, bei denen es zu Fremdkörperreaktionen und in einigen Fälle sogar zu systemischen Folgen gekommen ist.

Die lokalen Läsionen bestanden in Schwellungen, Verhärtungen oder kleinen Noduli an der Injektionsstelle. Zu den systemischen Reaktionen zählten Fieber, Arthritis und trockene Schleimhäute in Augen und Mund. Diese Reaktionen traten nicht im Anschluss an die Behandlung auf, sondern mit einer Verzögerung von durchschnittlich 13,4 Monaten. 

Nach mittlerweile 21,3 Monaten sind elf Patienten beschwerdefrei, während zehn Patienten weiter unter den wiederkehrenden Reaktionen leiden – zu den anderen vier Patienten ging der Kontakt verloren. Wie häufig die Komplikationen sind, lässt sich aufgrund der wenigen Fallbeschreibungen nicht abschätzen.

Alijotas-Reig warnt aber davor, sie als Rarität zu bezeichnen. Das zeitlich verzögerte Auftreten führe eventuell dazu, dass die Ärzte nicht davon erführen. Die Dermatologen der Klinik behandelten die Läsionen lokal mit Steroiden. Den Patienten wurden außerdem nicht steroidale Antiphlogistika und Antihistaminika verordnet. Einige erhielten auch das Malariamittel Hydrochloroquin, das immunregulierende Eigenschaften haben soll. © rme/aerzteblatt.de

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