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Studie: Erwachsene mit ADHS am Arbeitsplatz weniger produktiv

Mittwoch, 28. Mai 2008

Boston – Erwachsene mit einem Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsyndrom (ADHS) sind weniger produktiv als andere Beschäftigte. Dies zeigt eine in Occupational and Environmental Medicine (2008; doi: 10.1136/oem.2007.038448) publizierte Studie der Weltgesundheitsorganisation.

Die World Mental Health Survey Initiative der Weltgesundheitsorganisation vergleicht die mentale Gesundheit in 28 Ländern rund um den Globus, wobei eines der Ziele darin besteht, Versorgungsdefizite aufzuzeigen. Zu den nur selten diagnostizierten Erkrankungen zählt nach Ansicht der Arbeitsgruppe um Ronald Kessler von der Harvard Universität in Boston die ADHS bei Erwachsenen. Während viele Kinder mit ADHS heute behandelt werden, wird die Diagnose bei Erwachsenen so gut wie nie gestellt.

Nach den Ergebnissen einer Stichprobe von 7.075 Erwachsenen (18 bis 44 Jahre) aus zehn Ländern (darunter Deutschland) erfüllen jedoch 3,5 Prozent aller Beschäftigten die DSM-IV-Kriterien der Erkrankung. Ein ADHS tritt bei Kindern männlichen Geschlechts häufiger auf. Überproportional wurde es in der Studie aber auch bei Arbeitern gefunden (wobei noch zu fragen wäre, ob das ADHS Einfluss auf die Berufswahl hat). Eine andere Folge ist nach der Studie ein Rückgang der Produktivität.

Wie die Gruppe berichtet, arbeiten Erwachsene mit ADHS pro Jahr im Durchschnitt 8,4 Tage weniger als andere Beschäftigte. Hinzu kommen 21,7 Tage, in denen die Quantität ihrer Arbeit und 13,6 Tage, an denen die Qualität ihrer Arbeitsleistung vermindert ist. Diese deutlichen Produktionsausfälle würden nach Ansicht der Autoren ein Screening der Beschäftigen auf ADHS rechtfertigen. Aus ihrer Sicht sollte den Patienten dann eine Therapie angeboten werden. Viele Arbeitgeber dürften indes eine andere Konsequenz aus den Testergebnissen ziehen. © rme/aerzteblatt.de

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