Medizin

Studie: Mittelmeerkost schützt vor Typ-II-Diabetes mellitus

Freitag, 30. Mai 2008

Navarra – Menschen, die sich konsequent nach den Prinzipien der Mittelmeerkost ernähren, erkranken deutlich seltener an einem Typ-II-Diabetes mellitus. Zu diesem Ergebnis kommt eine prospektive Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2008; doi:10.1136/bmj.39561.501007.BE).

Seit dem Jahr 1999 laden Präventivmediziner alle Absolventen der Seguimiento Universidad de Navarra (SUN) ein, an einer prospektiven Studie zu den Folgen der Ernährung auf die Gesundheit teilzunehmen. Sie erhalten alle zwei Jahre einen detaillierten Fragebogen zu ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten und ihren Erkrankungen. Bisher sind 18.700 Personen dem Ruf gefolgt, davon haben 13.380 mindestens zwei Fragebögen zurückgeschickt, die jetzt von Martínez-González und Mitarbeitern ausgewertet wurden.

Die Ergebnisse bestätigen exakt das, was Ernährungswissenschaftler seit Jahren behaupten. Wer reichlich Obst und Gemüse verzehrt, Fisch den Fleischgerichten vorzieht, Olivenöl statt Butter verwendet, viele Nüsse und Getreideprodukte verzehrt, dazu mäßig Alkohol, am besten Rotwein trinkt, kann sein Diabetesrisiko beträchtlich senken. 

Die Gruppe erfasste diese Komponenten der Mittelmeerdiät in einem Score von 0 bis neun Punkten. Absolventen mit sieben bis neun Punkten – auch in Navarra war das übrigens nur eine Minderheit – erkrankte zu 83 Prozent seltener an einem Typ-II-Diabetes mellitus. Auch bei einer moderaten Mittelmeerdiät (drei bis sechs Punkte) war die Diabetesrate noch um 59 Prozent reduziert. 

Sicherlich: Die Gesamtzahl der Diabetesfälle war gering. Auch unter den Personen mit einem ungünstigen Ernährungsverhalten (0 bis zwei Punkte) erkrankten in den ersten 4,4 Jahren der Studie nur 0,4 Prozent an einem Typ-II-Diabetes mellitus, was vor allem an dem niedrigen Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt. Die meisten waren in den Dreißiger und Vierzigern.

Vielen steht die Diagnose Typ-II-Diabetes mellitus noch bevor. Auch kann eine prospektive Kohortenstudie letztlich keine Kausalität belegen. Da sich aber Menschen nur schwer auf bestimmte Ernährungsmuster randomisieren lassen, bilden Untersuchungen wie die SUN-Studie die einzige Möglichkeit, die Auswirkungen einer Diät auf die Gesundheit zu untersuchen. Und hier liefert die SUN-Studie ein eindeutiges Ergebnis. Da die Studie fortgesetzt wird, darf man auf weitere Publikationen gespannt sein. © rme/aerzteblatt.de

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